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Der Wasseranalytiker: Unverzichtbar für die Umwelt

Ein Wasseranalytiker beschäftigt sich mit dem Lebenselixier des Menschen. Er testet und bewertet die biologischen, chemischen und physikalischen Eigenschaften des Wassers, um zu gewährleisten, dass die Reinheit und Qualität den gesetzlichen Normen und Vorgaben entsprechen. Die Wasseranalyse liefert unerlässliche Daten, welche für die Wasseraufbereitung, die Umweltüberwachung sowie die öffentliche Gesundheit aller Einwohner von grundlegender Bedeutung sind.

Ausbildung und Qualifikationen eines Wasseranalytikers

Zunächst erfolgt in den meisten Fällen ein Studium der Chemie, der Umweltwissenschaften oder einem ähnlichen Fachgebiet. Mindestanforderung ist zumeist ein abgeschlossenes Bachelorstudium, ein Master oder eine Promotion eröffnen jedoch deutlich bessere Berufschancen und Möglichkeiten, als Dozent an einer Hochschule zu arbeiten. Der Beruf des Wasseranalytikers erfordert nicht nur eine mehrjährige akademische Ausbildung, sondern auch Kenntnisse in der Handhabung und Bedienung spezifischer Analyseinstrumente wie Chromatografen, Spektrometer und Mikroskope.

wasseranalytiker
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Fortgeschrittene Kenntnisse in Statistik und Datenanalyse sind für die Praxis ebenfalls unerlässlich, um die erhobenen Messdaten korrekt interpretieren zu können. Jeder Wasseranalytiker sollte darüber hinaus regelmäßig an Weiterbildungen teilnehmen, um mit den neuesten Technologien Schritt halten zu können. Der Beruf bringt zweifellos Herausforderungen mit sich, doch mehrere interdisziplinäre Studiengänge, welche Umweltwissenschaften mit analytischer Chemie und Biologie verbinden, bilden eine gute Basis.

Zur Ausbildung gehören natürlich auch mehrere Praktika und die Mitarbeit in einem Umweltlabor oder in Wasseraufbereitungsanlagen. Qualifikationen in Analysetechniken schaden ebenfalls nicht, sondern verbessern die beruflichen Aussichten.

Verantwortlichkeiten im Beruf und tägliche Routinen

Eine der wichtigsten Aufgaben als Wasseranalytiker ist es, Wasserproben aus verschiedenen Quellen zu sammeln und diese auf festgelegte Schadstoffe und Qualitätsindikatoren zu testen. Zumeist stammen die Wasserproben aus natürlichen Gewässern, Trinkwasserleitungen oder industriellen Abwässern. Zur täglichen Routine gehören die Analyse und Dokumentation sämtlicher Tests. Nach der Durchführung von biochemischen, mikrobiologischen und toxikologischen Tests muss ein Wasseranalytiker dann Berichte verfassen, und Empfehlungen für bestimmte Maßnahmen geben, sollten Qualitätsstandards verletzt oder Grenzwerte überschritten werden.

Jede einzelne Wasserprobe muss zwingend bestimmten Sicherheitsstandards und Protokollen entsprechen. Unterstützt wird dieser Prozess durch spezielle Softwaretools. Auf diese Weise kann der Wasseranalytiker Trends erkennen. Neben ihrer analytischen Tätigkeit veröffentlichen Wasseranalytiker häufig wissenschaftliche Fachpublikationen. Stets besteht reger Austausch mit den zuständigen Regulierungsbehörden.

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Was gehört zu einer detaillierten Wasseranalyse?

Die Wasseranalyse manifestiert sich als komplexer und mehrstufiger Prozess. Man unterscheidet drei wesentliche Schritte. Zunächst geht es darum, Wasserproben zu sammeln, die meist aus unterschiedlichen Quellen stammen. Das kann ein Fluss, See oder Wasserturm sein. Die entnommene Wasserprobe darf unter keinen Umständen durch äußere Einflüsse verunreinigt werden. Denn dies würde die Ergebnisse im Labor verfälschen. Luftdicht verschlossen, kommt die Wasserprobe ins Labor. Dort wird die Probe auf die Wasserqualität und mögliche Schadstoffe untersucht. Als Geräte kommen etwa Mikroskop und Spektroskop zum Einsatz.

Da es häufig um die Gewährleistung einer einwandfreien Trinkwasserqualität geht, untersucht der Wasseranalytiker die Probe auf gesundheitsschädliche Bakterien oder sonstige Mikroorganismen.

Jede potenzielle Gefahr muss der Wasseranalytiker im Auge behalten. Schließlich erfolgt die detaillierte Dokumentation der Untersuchungsergebnisse. In dieser wird auch der Entnahmeort der Wasserprobe samt Datum festgehalten. Grafiken veranschaulichen die Analyseergebnisse häufig auf übersichtliche Art. Zusätzlich kommen die Ergebnisse in eine Datenbank und werden dort gespeichert, sodass sie jederzeit erneut aufrufbar sind.

Arbeitsumfeld und Karrierechancen eines Wasseranalytikers

Wasseranalytiker arbeiten in staatlichen Umweltbehörden, privaten Wasseranalyselaboren oder in Forschungseinrichtungen und Universitäten. Entweder findet die Tätigkeit in einem Labor oder als Feldarbeit statt. Häufig sind Wasseranalytiker aber direkt in natürlichen Umgebungen im Einsatz und kontrollieren unter anderem Messstationen an verschiedenen Standorten. Natürlich bestehen auch Aufstiegschancen auf der Karriereleiter bis hin zum Forschungsdirektor. Spezialisierungen sind hierbei von unschätzbarem Vorteil. Ein Beispiel dafür wäre ein Wasseranalytiker, der sich auf den Bereich Umwelttoxikologie spezialisiert hat.

Globale Herausforderungen wie Bevölkerungswachstum und Urbanisierung lassen die Nachfrage nach qualifizierten Wasseranalytikern weiter steigen. Denn der Druck auf Wasserversorgungssysteme steigt weltweit. Oft genug kommt es zu grenzüberschreitenden Kooperationen, denn viele wichtige Wasserressourcen erstrecken sich über Grenzen hinweg. Daher arbeiten Wasseranalytiker häufig auch für internationale Organisationen oder sind an grenzüberschreitenden Projekten beteiligt. Unterstützend begleiten sie moderne Technologien wie Fernerkundung und Datenanalyse.

analyse von wasser im job
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Herausforderungen im Berufsalltag

Präzision und Sorgfalt sind im Berufsalltag unerlässlich. Analysefehler können sogar die öffentliche Gesundheit gefährden oder schwerwiegende Auswirkungen auf die Umwelt haben. Die Interpretation der komplexen Datensätze stellt keine leichte Aufgabe dar. Oft genug bringt der Beruf Druck und Stresssituationen mit sich. Sich ändernde gesetzliche Vorschriften und Weiterbildungen bringen nicht minder Herausforderungen mit sich. Im Endeffekt müssen Wasseranalytiker jederzeit fehlerfreie Ergebnisse liefern.

Ein grundlegendes Verständnis für Wasser- und Umweltrecht darf da ebenso wenig fehlen. Schließlich geht es nicht ohne Anpassungsfähigkeit und Problemlösungskompetenz, für den Fall, dass dramatische Situationen eintreten, also etwa Wasserverschmutzungen oder technische Ausfälle von Analyseinstrumenten. Da Kooperationen mit anderen Umweltwissenschaftlern unvermeidlich sind, erfordert der Beruf ebenfalls eine gute Portion Teamgeist.

Der Beitrag von Wasseranalytikern für die Menschen

So gesehen leisten Wasseranalytiker einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit und Gesundheit der gesamten Menschheit. Schließlich bilden Wasserressourcen und der Zugang zu sauberem Wasser ein Anrecht jedes einzelnen Erdenbürgers. Oft genug leiden aber ganze Landstriche und Volksgruppen unter extremer Hitze, Dürre und dem fehlenden Zugang zu sauberem Trinkwasser. Dies kann fatale Folgen bis hin zu Cholera-Epidemien und anderen Seuchen haben. Die nachhaltige Nutzung von Wasserressourcen wird in den kommenden Jahren immer wichtiger und Konflikte um die Nutzung von Flüssen und anderen Wasserressourcen nehmen weiter zu.

Verdienstmöglichkeiten

Die Höhe des Verdienstes eines Wasseranalytikers hängt von mehreren Faktoren ab. Die wichtigsten Faktoren sind die individuelle Berufserfahrung und die Region der Berufsausübung. In Deutschland beträgt das Jahresgehalt eines erfahrenen Wasseranalytikers bis zu 60.000 Euro. Höhere Gehälter sind aber durchaus möglich. Wer den Beruf des Wasseranalytikers ergreifen möchte, sollte bereits während des Studiums mehrere einschlägige Praktika absolvieren und ein ausgeprägtes naturwissenschaftliches Interesse mitbringen.