Buchsbaumzünsler: Ist Algenkalk das Mittel der Wahl?

Der Buchsbaumzünsler (Cydalima perspectalis) ist seit einigen Jahren der Schrecken vieler Gartenbesitzer in Deutschland und Europa. Die gefräßigen Raupen des asiatischen Schädlings können Buchsbäume innerhalb kürzester Zeit kahlfressen und ganze Hecken zerstören.
Viele Hobbygärtner suchen deshalb nach umweltfreundlichen Alternativen zu chemischen Insektiziden. Eine viel diskutierte Methode ist der Einsatz von Algenkalk. Doch wie wirksam ist Algenkalk wirklich gegen den Buchsbaumzünsler? Wie wird er angewendet und worauf sollte man achten? In diesem Artikel erhältst du alle wichtigen Informationen rund um das Thema.
Was ist Algenkalk?
Algenkalk ist ein natürliches Bodenverbesserungsmittel, das aus den Ablagerungen von Meeresalgen (meist Rotalgen der Gattung Lithothamnium) gewonnen wird. Er besteht hauptsächlich aus Calciumcarbonat, enthält aber auch Magnesium, Spurenelemente und Mineralstoffe. Algenkalk wird traditionell zur Bodenverbesserung, pH-Wert-Regulierung und als Dünger eingesetzt. In den letzten Jahren hat er sich jedoch auch als Hausmittel gegen verschiedene Schädlinge im Garten einen Namen gemacht.
Der Buchsbaumzünsler: Eine wachsende Gefahr
Der Buchsbaumzünsler ist ein aus Ostasien eingeschleppter Schmetterling, dessen Raupen sich ausschließlich von Buchsbaumblättern ernähren. Die Raupen sind grün-schwarz gestreift und werden bis zu fünf Zentimeter lang. Sie verpuppen sich in dichten Gespinsten im Inneren der Pflanze. Ein Befall ist an abgefressenen Blättern, Gespinsten und kleinen Kotkrümeln zu erkennen. Ohne Gegenmaßnahmen können die Pflanzen innerhalb weniger Wochen absterben.

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Wie wirkt Algenkalk gegen den Buchsbaumzünsler?
Die Wirkung von Algenkalk gegen den Buchsbaumzünsler basiert nicht auf einer direkten Giftwirkung, sondern auf mehreren indirekten Effekten:
- Mechanische Wirkung: Die feinen Kalkpartikel setzen sich auf den Raupen und Eiern ab und erschweren deren Entwicklung. Der Kalk kann die Haut der Raupen austrocknen und sie so schwächen.
- Störung der Nahrungsaufnahme: Mit Algenkalk bestäubte Blätter schmecken den Raupen weniger gut, was den Fraßdruck reduziert.
- Stärkung der Pflanze: Über den Boden gestreuter Algenkalk kann den pH-Wert regulieren und die Nährstoffaufnahme verbessern. Ein gesunder Buchsbaum ist widerstandsfähiger gegen Schädlinge.
- Verhinderung von Pilzbefall: Algenkalk kann auch vorbeugend gegen Pilzkrankheiten wirken, die durch Zünsler-Befall begünstigt werden.
Anwendung im Detail
Die Anwendung von Algenkalk ist einfach, sollte aber regelmäßig und sorgfältig erfolgen:
1. Bestäuben der Blätter:
Mit einem feinen Sieb oder einer speziellen Streudose wird der Algenkalk gleichmäßig auf die Blätter und ins Innere des Buchsbaums gestreut. Besonders wichtig ist es, auch die unteren und inneren Bereiche der Pflanze zu erreichen, da sich die Raupen dort verstecken.
2. Zeitpunkt der Anwendung:
Die Behandlung sollte im Frühjahr beginnen, sobald die ersten Raupen schlüpfen (meist ab März/April). Wiederhole die Anwendung alle zwei bis drei Wochen, besonders nach Regenfällen, da der Kalk von den Blättern abgewaschen werden kann.
3. Bodenverbesserung:
Zusätzlich kann Algenkalk rund um den Wurzelbereich ausgestreut und leicht eingearbeitet werden. Das stärkt die Pflanze und verbessert die Bodenqualität.
4. Kombination mit weiteren Maßnahmen:
Algenkalk kann mit anderen biologischen Methoden wie dem Absammeln der Raupen, dem Einsatz von Nematoden oder biologischen Spritzmitteln kombiniert werden.

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Vorteile von Algenkalk im Kampf gegen den Buchsbaumzünsler
- Umweltfreundlich: Algenkalk ist ein natürliches Produkt und schadet weder Bienen noch anderen Nützlingen.
- Bodenverbesserung: Neben der Schädlingsabwehr trägt Algenkalk zur Gesundheit des Bodens und der Pflanze bei.
- Einfache Anwendung: Die Ausbringung ist unkompliziert und kann ohne besondere Ausrüstung erfolgen.
- Vorbeugender Effekt: Regelmäßige Anwendung kann einen Befall frühzeitig eindämmen.
Grenzen und Kritikpunkte
Trotz vieler positiver Erfahrungsberichte gibt es auch Einschränkungen:
- Keine 100%ige Garantie: Algenkalk ist kein Insektizid und kann einen starken Befall nicht immer vollständig verhindern.
- Regelmäßige Anwendung nötig: Der Schutz hält nur so lange, wie Kalk auf den Blättern haftet.
- Nicht bei Regen: Nach Niederschlägen muss die Behandlung wiederholt werden.
- Nicht für alle Pflanzen geeignet: Andere Pflanzenarten können empfindlich auf Kalk reagieren.
Erfahrungsberichte und Studienlage
Viele Hobbygärtner berichten von guten Erfolgen mit Algenkalk, vor allem bei frühzeitiger und konsequenter Anwendung. Wissenschaftliche Studien zu diesem Thema sind jedoch noch rar. Die Wirksamkeit scheint vor allem in Kombination mit weiteren Maßnahmen am höchsten zu sein. Wer auf chemische Mittel verzichten möchte, findet im Algenkalk jedoch eine sinnvolle Ergänzung im Kampf gegen den Buchsbaumzünsler.
Fazit: Algenkalk als Baustein im integrierten Pflanzenschutz
Algenkalk ist ein umweltfreundliches, vielseitiges Mittel, das im Kampf gegen den Buchsbaumzünsler unterstützend wirken kann. Er schadet weder Nützlingen noch der Umwelt und stärkt gleichzeitig den Buchsbaum. Für einen nachhaltigen Schutz empfiehlt sich die Kombination aus Algenkalk, regelmäßiger Kontrolle, Absammeln der Raupen und gegebenenfalls weiteren biologischen Mitteln. So bleibt der Buchsbaum gesund und der Garten lebendig – ganz ohne Chemie.
Tipp: Probiere Algenkalk selbst aus und beobachte, wie deine Buchsbäume darauf reagieren. Mit Geduld und konsequenter Anwendung kannst du den Buchsbaumzünsler auf natürliche Weise in Schach halten.
