Kröte überwintern: Wissenswertes und Tipps

kröte im winter
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Der Winter ist für viele Tiere eine herausfordernde Zeit – auch für die heimischen Kröten. Während wir Menschen uns mit warmen Getränken und dicken Decken auf die kalte Jahreszeit vorbereiten, müssen Kröten ganz eigene Strategien entwickeln, um zu überleben. In diesem Blogartikel erfährst du, wie Kröten überwintern, warum das Thema auch für Gartenbesitzer und Naturliebhaber wichtig ist und wie du Kröten beim Überwintern unterstützen kannst.

Was passiert mit Kröten im Winter?

Kröten gehören zu den Amphibien und sind wechselwarme Tiere. Das bedeutet, dass ihre Körpertemperatur von der Umgebungstemperatur abhängt. Sinkt die Temperatur im Herbst, werden Kröten immer träger. Sie fressen weniger und bereiten sich auf die Winterruhe vor. Anders als Säugetiere halten Kröten keinen echten Winterschlaf, sondern eine sogenannte Kältestarre. In dieser Zeit fahren sie sämtliche Körperfunktionen auf ein Minimum herunter.

Kältestarre bedeutet: Die Kröte bewegt sich kaum noch, ihr Herzschlag und ihre Atmung sind stark verlangsamt. In diesem Zustand kann sie sogar leichten Frost überstehen, solange sie nicht völlig durchfriert.

Wo überwintern Kröten?

Kröten suchen sich für ihre Winterruhe geschützte, frostfreie und möglichst feuchte Verstecke. In der Natur sind das zum Beispiel:

  • Laubhaufen
  • Erdbauten von Mäusen oder Maulwürfen
  • Unter Steinen oder Totholz
  • Hohlräume unter Baumwurzeln
  • Alte Komposthaufen
  • Kellerschächte oder feuchte Keller

Wichtig ist, dass das Versteck genügend Schutz vor Frost und Fressfeinden bietet. Der Boden sollte locker und grabbar sein, damit sich die Kröte eingraben kann. Kröten überwintern meist allein, manchmal aber auch in kleinen Gruppen.

kröte im winterquartier

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Wie läuft die Überwinterung ab?

Im Herbst, wenn die Temperaturen dauerhaft unter 10 °C fallen, machen sich Kröten auf die Suche nach einem passenden Winterquartier. Sie graben sich dort ein oder nutzen vorhandene Hohlräume. Während der Überwinterung nehmen sie weder Nahrung noch Wasser auf. Ihr Stoffwechsel ist so weit heruntergefahren, dass sie monatelang ohne Futter auskommen. Erst im Frühjahr, wenn die Temperaturen wieder steigen, werden die Kröten langsam aktiv. Sie verlassen ihr Winterquartier und machen sich auf den Weg zu ihren Laichgewässern.

Gefahren im Winter

Leider ist die Überwinterung für Kröten nicht ohne Risiko. Zu den größten Gefahren zählen:

  1. Frost und Bodenfrost: Wenn der Frost tief in den Boden eindringt, können Kröten erfrieren, wenn sie nicht tief genug eingegraben sind.
  2. Austrocknung: Zu trockene Winterquartiere können dazu führen, dass Kröten austrocknen.
  3. Störungen durch Menschen: Laubhaufen oder Komposthaufen werden häufig im Herbst entfernt oder umgeschichtet – dabei können Kröten verletzt oder getötet werden.
  4. Fressfeinde: Mäuse, Ratten oder Füchse suchen im Winter nach Nahrung und könnten Winterquartiere plündern.
  5. Chemikalien im Garten: Streusalz, Pestizide oder Kunstdünger können Kröten schaden, wenn sie in deren Lebensraum gelangen.

Kröten beim Überwintern helfen – so geht’s!

Du möchtest Kröten in deinem Garten oder deiner Umgebung unterstützen? Mit ein paar einfachen Maßnahmen kannst du ihnen das Überwintern erleichtern:

1. Laubhaufen und Totholz liegen lassen:
Statt den Garten im Herbst „aufzuräumen“, lasse Laub, Reisighaufen oder alte Äste einfach liegen. Sie bieten ideale Verstecke und schützen vor Frost.

2. Komposthaufen stehen lassen:
Komposthaufen sind nicht nur für Regenwürmer attraktiv – auch Kröten nutzen sie gerne als Winterquartier.

3. Keine Chemikalien verwenden:
Verzichte auf Pestizide, Kunstdünger und Streusalz in deinem Garten. Sie schaden nicht nur Kröten, sondern auch vielen anderen Tieren.

4. Teiche frostfrei halten:
Wenn du einen Gartenteich hast, achte darauf, dass er nicht komplett zufriert. Ein Eisfreihalter sorgt dafür, dass Sauerstoff ins Wasser gelangt – wichtig für alle Tiere, die darin überwintern.

5. Schutz vor Störungen:
Vermeide es, Laubhaufen oder Komposthaufen im Winter umzuschichten oder zu entfernen.

6. Unterschlupfmöglichkeiten schaffen:
Du kannst spezielle „Krötenburgen“ bauen – kleine Haufen aus Steinen, Ästen und Laub, die einen geschützten Hohlraum bieten.

unterschlupf

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Überwinterung im Terrarium – was gilt für Halter?

Wer Kröten als Haustiere hält, muss ihnen ebenfalls geeignete Bedingungen für die Überwinterung bieten. Viele Arten benötigen eine Winterruhe, um gesund zu bleiben und sich fortzupflanzen. Die wichtigsten Tipps:

  • Temperatur langsam absenken: Im Herbst die Temperatur im Terrarium schrittweise auf 4–8 °C senken.
  • Feuchtigkeit beachten: Das Substrat sollte feucht, aber nicht nass sein.
  • Ruhige Umgebung: Während der Winterruhe möglichst wenig stören.
  • Überwachung: Kröten regelmäßig kontrollieren, aber nicht aus dem Substrat holen.

Nach der Winterruhe die Temperatur langsam wieder erhöhen und die Kröte wieder füttern.

Warum sind Kröten wichtig für das Ökosystem?

Kröten sind wahre Schädlingsbekämpfer: Sie fressen Schnecken, Insekten und andere Kleintiere und halten so das ökologische Gleichgewicht aufrecht. Ihre Anwesenheit ist ein Zeichen für einen gesunden, naturnahen Garten. Wer Kröten beim Überwintern hilft, unterstützt also aktiv den Naturschutz.

Fazit

Kröten sind faszinierende Überlebenskünstler, die mit erstaunlichen Strategien durch den Winter kommen. Mit ein wenig Rücksicht und einfachen Maßnahmen kann jeder dazu beitragen, dass diese Tiere auch in Zukunft unsere Gärten und Landschaften bereichern. Lass Laub und Totholz liegen, verzichte auf Chemie und schaffe Rückzugsorte – so wird dein Garten zum Winterparadies für Kröten und viele andere Tiere.