Gartenlaube größer als 30 qm: Was muss beachtet werden?
Größere Gartenlauben bieten in der Regel viel Komfort und einiges an Stauraum. Sie dienen in der warmen Jahreszeit häufig als zweites Wohnzimmer und ermöglichen auch gelegentliche Übernachtungen. Bei einem solchen Vorhaben gibt es jedoch nicht nur bei der Planung, Gestaltung und Nutzung einiges zu beachten. Gerade auch die Vorgaben des Gesetzgebers sollten vor der Umsetzung berücksichtigt werden, um rechtlich auf der sicheren Seite zu sein.
Die baurechtlichen Bedingungen für Gartenlauben über 30 qm
Gartenlauben, die größer sind als 30 Quadratmeter, benötigen in den meisten Bundesländern eine entsprechende Genehmigung vor dem Hintergrund der jeweiligen Landesbauordnungen. Hier entscheidet in erster Linie die konkrete Bezeichnung über die Einstufung, vor allem, ob die Gartenlaube als sogenannte bauliche Anlage eingestuft wird. Der Gesetzgeber unterscheidet zwischen einer gewerblichen und einer rein privaten Nutzungsabsicht. Auch die genaue Höhe sowie die Fläche der Laube sind relevant.
Eine Gartenlaube, die in einer Kleingartenanlage geplant ist oder dort bereits steht, unterliegt üblicherweise dem Bundeskleingartengesetz. Dieses definiert die Obergrenzen hinsichtlich der Größe und legt entsprechende Zwecke fest. Die genauen Richtlinien zur Bebauung vor Ort können sich je nach Bundesland voneinander unterscheiden. Eine frühzeitige Rücksprache mit dem örtlichen Bauamt ist in jedem Fall sinnvoll.

Genehmigungen und ihre Voraussetzungen
Die Genehmigung für den Bau einer mehr als 30 Quadratmeter großen Gartenlaube ist bei der zuständigen Bauaufsichtsbehörde erhältlich. Für die Antragstellung sind ein detailliert ausformulierter Bauantrag, der Nachweis über die Einhaltung der erforderlichen Abstandsflächen zu den Nachbarn und Bauzeichnungen erforderlich. Häufig verlangen die Behörden auch einen genauen Lageplan.
Bei der Prüfung des Antrags kommt es darauf an, dass der Bebauungsplan eingehalten wird und die Gartenlaube mit dem Ortsbild vereinbar ist. Je nach Behördenvorgaben können auch weitere Nachweise gefordert werden, etwa zum Brandschutz oder auch zur Statik des Gebäudes.
Meist benötigen die Besitzer einer Laube Wasseranschlüsse oder sanitäre Einrichtungen. Hierfür sind zusätzliche Genehmigungen erforderlich, die mit dem Bauantrag eingereicht werden müssen. Bei einer Abweichung von den gesetzlichen Abstandsregelungen zu den unmittelbaren Nachbarn wird deren Zustimmung benötigt und muss vor dem Bau nachgewiesen werden. Ohne das Einholen der Genehmigungen sind empfindliche rechtliche Folgen möglich, die zu Bußgeldern führen oder auch den Rückbau der Gartenlaube zur Folge haben können.
Das Nachbarrecht und der Brandschutz
Das Nachbarrecht ist ein wichtiger Faktor beim Bau einer Laube. Es soll sicherstellen, dass die Nutzer angrenzender Grundstücke durch das Gebäude nicht unzumutbar beeinträchtigt werden. Vor allem bei Gartenlauben, die größer geplant sind als 30 Quadratmeter, ist die Einhaltung von gesetzlich festgelegten Abstandsflächen relevant. Auch ein Sichtschutz zum Nachbarn muss berücksichtigt werden. Ist beides nicht in ausreichendem Maß gegeben, ist der Nachbar zum Widerspruch berechtigt und hat zudem die Möglichkeit, rechtliche Schritte gegen den Bau der Laube einzuleiten.
Die Verwendung der Baumaterialien spielt ebenfalls eine Rolle. Meist müssen aus Gründen der Sicherheit feuerhemmende Baustoffe verwendet und konkrete Maßnahmen zur Versorgung mit Löschwasser für den Bedarfsfall eingehalten werden. Die genauen Vorgaben zum Brandschutz sind jeweils länderspezifisch und bereits im Bauantrag auszuweisen.

Fundament und die Ausführung des Baus
Größere Gartenlauben sind auf ein stabiles Fundament angewiesen, damit sie langfristig stabil bleiben. Die genaue Wahl hängt grundlegend von der Beschaffenheit des Bodens ab, aber auch vom Gewicht der Laube und der Fläche. Größtenteils kommen drei Varianten von Fundamenten zum Einsatz: Streifenfundamente (längliche Unterlage unterhalb von Wänden), Punktfundamente (einzelner Sockel unter Stützen) oder Plattenfundamente (tragende flache Grundplatte). Es ist wichtig, dass der Boden vor der Ausführung frostfrei und eben ist. Es kann vorkommen, dass ein Bodengutachten angefordert wird.
Für den Bau der Gartenlaube sind langlebige und dabei witterungsbeständige Materialien relevant. In den meisten Fällen wird geeignetes Holz verwendet, aber auch Kunststoff und Aluminium sind möglich. Vor allem bei größeren Lauben ist die Bauausführung durch einen Fachbetrieb ratsam, um alle sicherheitsrelevanten und technischen Aspekte sicherzustellen.
Die wichtigsten Anschlüsse und die Ausstattung
Übliche Anschlüsse für eine Gartenlaube sind Strom und Wasser (inklusive Abwasserlösung). Die Wasserversorgung erfolgt über das öffentliche Netz. In manchen Kleingartenanlagen werden alternativ auch eigene Brunnen genutzt. Es gilt zu beachten, dass Abwasser nicht einfach versickern darf, was einen Anschluss an eine Kleinkläranlage oder alternativ die Kanalisation erforderlich macht.
Elektroinstallationen müssen fachgerecht erfolgen und durch einen zugelassenen Elektriker umgesetzt oder zumindest abgenommen werden. Bei der Ausstattung der Laube ist an eine Isolierung zu denken. Heizung und Wärmeschutzverglasung von Fenstern ermöglichen eine ganzjährige Nutzung. Sämtliche Installationen und bauliche Ausstattungen müssen bestehenden Normen entsprechen.

Kosten und Unterhalt der Gartenlaube
Die Kosten für eine größere Gartenlaube von mehr als 30 Quadratmetern hängen stark von der Bauweise, den verwendeten Materialien und der gewählten Ausstattung ab. Zudem bestehen regionale Unterschiede zu den Genehmigungs- und Planungskosten. Auch das Fundament und die Ausführung des Baus sind mit Kosten verbunden, ebenso die technischen Anschlüsse. Insgesamt sollte für eine größere Laube mit Anschlüssen für Strom und Wasser ein mittlerer fünfstelliger Bereich kalkuliert werden.
Laubenbesitzer sind gut beraten, Rücklagen für die laufenden Unterhaltungskosten und für mögliche Instandhaltungsmaßnahmen einzuplanen. Ebenso stellen Bund, Länder und Kommunen Fördergelder für energieeffizientes und nachhaltiges Bauen der Laube zur Verfügung.
Größer als 30 qm: Unser Fazit zu übergroßen Gartenlauben
Gartenlauben von mehr als 30 Quadratmetern erfordern eine umfassende Planung und die Einhaltung verschiedener gesetzlicher Vorgaben. Nachbarrecht, Brandschutz und diverse technische Planungen sind hierbei wichtige Faktoren. Auch die Kosten rund um Bau und Ausstattung sollten realistisch kalkuliert werden. Bei umsichtiger Planung entsteht ein wertvoller Rückzugsort, der nicht zuletzt den Wert des Gartens steigert.