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Jägerprüfung in der EU: Ablauf, Voraussetzungen und Pflichten

Die Jagd ist in Europa eine beliebte Aktivität. Sie verspricht Abenteuer und das Erbeuten von Trophäen, dient der Aufrechterhaltung des biologischen Gleichgewichts und erlaubt das Aktivsein in der Natur. Menschen, die sich für die Jagd interessieren, möchten Wildtiere beobachten und ihr Essen selbst erlegen. Die Liebe zur Natur steht an erster Stelle. Für die Jagd werden umfangreiche Kenntnisse benötigt.

Es ist wichtig, den Lebensraum und das Verhalten der Tiere zu kennen, zu wissen, wann die Jagd erlaubt ist, und Verantwortung für den Naturschutz zu tragen. Dazu ist es in Deutschland und anderen Ländern notwendig, einen Jagdschein zu machen. Für die Jägerprüfung in der EU sind bestimmte Voraussetzungen notwendig. Jedes Land setzt eigene Maßstäbe für den Erhalt des Jagdscheins. Vor allem in Deutschland sind die Vorschriften strenger und reichen von der Prüfung über den Besitz eines Waffenscheins bis zum Abschluss einer Jagdhaftpflichtversicherung.

Welche Voraussetzungen müssen für die Jägerprüfung in der EU erfüllt sein?

Ein Jagdschein ist in Europa verpflichtend, um die Jagd ausüben zu dürfen. Diesen erhalten Jäger durch die Jägerprüfung. Um diese zu absolvieren, müssen bestimmte Bedingungen erfüllt sein, die gesetzliche Vorgaben, persönliche Eignung und auch die finanziellen Aspekte betreffen.

jägerprüfung
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Ab wann darf man den Jagdschein machen?

Für den Erwerb eines regulären Jagdscheins ist in Deutschland ein Mindestalter von 18 Jahren erforderlich. Für Jugendliche ab 16 Jahren besteht aber die Möglichkeit, einen Jugendjagdschein zu machen. Die Ausübung der Jagd bleibt dabei eingeschränkt, erfordert immer die Anwesenheit eines erfahrenen Jägers mit gültigem Jagdschein und erlaubt nicht den Erwerb einer eigenen Waffe.

Weitere Anforderungen für die Zulassung zur Jägerprüfung

Um zur Prüfung zugelassen zu werden und den eigenen Jagdschein zu erhalten, sind neben dem Mindestalter weitere Anforderungen zu berücksichtigen. Neben der körperlichen und geistigen Eignung, die teilweise auch eine ärztliche Bestätigung erfordert, steht die Zuverlässigkeit im Vordergrund. Entsprechend müssen Personen, die jagen wollen, ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis haben. Das bedeutet, Menschen mit Vorstrafen werden nicht zur Prüfung zugelassen. Auch eine anerkannte Jagdausbildung ist notwendig, um den Jagdschein zu erhalten.

Verschiedene Voraussetzungen in der EU

Während die Vorschriften in Deutschland sehr streng sind und nur bestimmte Bereiche die Jagd gestatten, ist das in anderen europäischen Ländern anders. So ist die Jagd beispielsweise in Frankreich Tradition und fast überall möglich. Hier hat jede Region ihre eigenen Jagdregeln, während die Prüfung weniger zeitaufwendig ist. In Spanien dürfen Jäger ihre Prioritätsregion selbstständig auswählen, wobei der Jagdschein sogar an Minderjährige ab einem Alter von 14 Jahren ausgestellt werden darf.

Auch die Jägerprüfung ist deutlich einfacher. Gleiches gilt für Großbritannien, wo das Alter bei 14 Jahren liegt, mit der Voraussetzung einer Begleitung durch einen Erwachsenen. Hier ist jedoch verpflichtend, in einem anerkannten Jagdclub oder Verband zu sein. In Portugal ist die Jagd ab 16 Jahren erlaubt, verbunden mit einer Standardprüfung und dem Vorlegen eines ärztlichen Attestes. Ähnlich streng wie in Deutschland ist die Jägerprüfung unter anderem in Polen, Kroatien und in den Niederlanden, wo auch das Alter bei 18 Jahren liegt.

jagdschein machen
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Welche speziellen Anforderungen werden für den Jagdschein in Deutschland gestellt?

Deutschland besitzt über 300.000 m² Jagdgebiete und eine Fülle an Ökosystemen, mit vielen dichten Wäldern, die perfekt für die Jagd geeignet sind. Es gibt viele verschiedene Wildarten, darunter Rothirsche, Rehe, Wildschweine und Füchse. Um in Deutschland zu jagen, sind weitere Anforderungen zu beachten. Es gelten klare Vorschriften, die eingehalten werden müssen. Neben der Absolvierung der Jägerprüfung ist der Besitz eines Waffenscheins verpflichtend. Ebenso müssen Jäger eine Haftpflichtversicherung abschließen. Diese Regelungen dienen dazu, die Sicherheit zu gewährleisten und auch das Verantwortungsbewusstsein für die Jagd zu stärken.

Was beinhaltet die Jägerprüfung?

Die Prüfung in Deutschland gehört zu den schwierigsten und erstreckt sich in der Regel über drei Tage. Abhängig ist der genaue Ablauf von der jeweiligen Jagdschule. Die Jägerprüfung besteht grundsätzlich aus einem schriftlichen und praktischen Teil. Im schriftlichen Test werden verschiedene Fragen gestellt, die das Wissen und die Eignung des Jägers prüfen. Sie beziehen sich auf Themen des Artenschutzes, der Zoologie, des Rechts, der Wildtierkunde, zur Regelung der Jagd und zur Waffenkunde.

Die praktische Prüfung erfolgt in Begleitung von Spezialisten, die die Fähigkeit bewerten, wie sicher der Umgang mit den Waffen erfolgt und wie zielgenau geschossen wird. Im Anschluss findet noch eine mündlich-praktische Prüfung über jagdbezogene Themen statt. Wenn alle drei Teile der Prüfung erfolgreich absolviert sind, erhalten die Kandidaten eine Lizenz, die ihnen den Besitz und die Verwendung von Schusswaffen während der Jagd gestattet. Nach der Überprüfung aller Daten, einschließlich der detailgenauen Biografie, wird der Jagdschein dann ausgestellt. Der dazugehörige Abschluss einer Versicherung garantiert, dass während der Jagd entstandene Schäden finanziell gedeckt sind.

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Zu was befugt einen der Jagdschein?

Der erfolgreiche Abschluss der Jägerprüfung und der Erhalt des Jagdscheins erlauben nun, auf Jagd gehen zu dürfen. Er berechtigt zum Kauf von Kurz- und Langwaffen, einschließlich der dazu passenden Munition. Auch wird mit dem Schein das Urteilsvermögen für die Wildbrethygiene anerkannt, was einschließt, dass das erlegte Wild verzehrt und verkauft werden darf.

Wissenswertes zur Gültigkeit

Wer eine Jägerprüfung absolviert, kann sich zuvor entscheiden, ob er einen Tagesjagdschein oder einen Jahresjagdschein erwirbt. Der Tagesjagdschein gilt für 14 aufeinanderfolgende Tage. Der Jahresjagdschein ist für ein, zwei oder drei Jahre gültig, was sich auch auf die Kosten für die Lizenz auswirkt. Nach dem Erhalt des Jagdscheins müssen Jäger regelmäßig darauf achten, diesen zu verlängern. Der Antrag muss vor Ablauf des Jagdscheins bei der zuständigen Jagdbehörde erfolgen. Jede Verlängerung erfordert eine Neubewertung. Nach dem vierten Jagdjahr ist das Pachten eines eigenen Reviers möglich.

Der EU-Jagdschein für das grenzüberschreitende Jagen

Um in verschiedenen Ländern jagen zu dürfen, ist die Volljährigkeit und ein Jagdschein des Heimatlandes notwendig. Hier gelten die gleichen Regeln wie für die Jägerprüfung. Nachweise müssen für die Teilnahme an Jagdkursen, für die Schießfertigkeit und Praxis, für die Gesundheit, Zuverlässigkeit und die Jagdhaftpflichtversicherung erbracht werden. Der EU-Jagdschein kann mit der Vorlage der erforderlichen Unterlagen auch online beantragt werden und erleichtert das grenzüberschreitende Jagen. Er ist EU-weit gültig, wobei die Anerkennung je nach Land leicht variiert.

Warum ist die Jagd so wichtig?

Neben dem Vergnügen hat die Jagd auch in modernen Zeiten wichtige Aufgaben. Sie dient dazu, das biologische Gleichgewicht in Wäldern aufrechtzuerhalten und Schäden in der Land- und Forstwirtschaft zu minimieren. Gerade in europäischen Wäldern fehlt oft die natürliche Regulierung durch Fressfeinde. Durch die Jagd wird eine Überpopulation verhindert, die Schäden und Krankheitsausbrüche bewirkt. Gleichzeitig geht es darum, den heimischen Wildtierbestand zu erhalten und den Artenschutz zu unterstützen.

Die Jagd dient ebenfalls zur Vorbeugung von Tierseuchen und der Förderung der Biodiversität. Viele Jäger sind Naturliebhaber, kümmern sich um den Wald und die Tiere und helfen in Notzeiten oder bei der Winterfütterung. Die Jagd erlaubt ihnen, sich mit der Natur zu verbinden und besser zu verstehen, woher die Nahrung kommt. Wildfleisch, das selbst erlegt wurde, gilt häufig als nachhaltiges Fleisch, das mit gutem Gewissen gegessen werden kann. Während die Jagd früher dem Überleben und später als Freizeitsport betrieben wurde, ist sie heute Teil des modernen Naturschutzmanagements.