Gartenbau: Grundelemente der formalen Gestaltung

Die formale Gestaltung im Gartenbau ist eine Kunst, die weit über das bloße Pflanzen von Blumen und Sträuchern hinausgeht. Sie verbindet Ästhetik, Funktionalität und Struktur zu einem harmonischen Gesamtbild.
Was sind die Grundelemente der formalen Gestaltung?
Wer einen Garten plant oder umgestaltet, stößt schnell auf Begriffe wie Achse, Symmetrie, Proportion oder Rhythmus – zentrale Elemente der formalen Gartengestaltung. Doch was genau steckt dahinter? In diesem Artikel erfährst du, welche Grundelemente die formale Gestaltung im Gartenbau prägen und wie du sie gezielt einsetzen kannst, um deinen Garten in eine grüne Oase mit klarer Struktur und zeitloser Eleganz zu verwandeln.
1. Die Achse: Das Rückgrat des Gartens
Die Achse ist eines der wichtigsten Gestaltungsprinzipien im formalen Gartenbau. Sie bezeichnet eine gedachte oder tatsächlich vorhandene Linie, die den Garten in zwei Hälften teilt und Orientierung bietet. Typisch ist die Mittelachse, die beispielsweise vom Hauseingang gerade durch den Garten führt und am Ende oft durch ein besonderes Element wie einen Brunnen, eine Skulptur oder einen Pavillon betont wird.
Vorteile der Achse:
- Klare Struktur und Übersichtlichkeit
- Leitet den Blick und die Bewegung durch den Garten
- Schafft Raum für Symmetrie und Wiederholung
Eine Achse kann durch Wege, Beete, Hecken oder Wasserläufe betont werden. Besonders in klassischen Barockgärten oder modernen, minimalistischen Anlagen spielt sie eine zentrale Rolle.

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2. Symmetrie und Asymmetrie: Ordnung trifft Spannung
Symmetrie ist ein weiteres zentrales Element der formalen Gartengestaltung. Sie sorgt für Ausgewogenheit und Ruhe. Spiegelbildlich angeordnete Beete, Wege oder Pflanzungen wirken geordnet und harmonisch. Besonders bei kleineren Flächen oder Vorgärten lässt sich mit Symmetrie eine beeindruckende Wirkung erzielen.
Doch auch Asymmetrie hat ihren Platz: Sie bringt Spannung und Dynamik in den Garten. Oft werden symmetrische Grundstrukturen mit asymmetrischen Elementen aufgelockert – etwa durch einen Solitärbaum, eine freistehende Sitzbank oder eine unregelmäßig gestaltete Wasserfläche.
Tipp: Wer einen formal gestalteten Garten plant, sollte sich zunächst für eine Grundform entscheiden (symmetrisch oder asymmetrisch) und diese konsequent umsetzen, um ein stimmiges Gesamtbild zu erzielen.
3. Proportion und Maßstab: Das richtige Verhältnis
Ein harmonischer Garten lebt von ausgewogenen Proportionen. Das bedeutet, dass die Größenverhältnisse der einzelnen Elemente zueinander und zur Gesamtfläche passen sollten. Zu große Terrassen, winzige Beete oder überdimensionierte Skulpturen wirken schnell fehl am Platz.
Wichtige Fragen zur Proportion:
- Wie groß sind die einzelnen Gartenräume im Verhältnis zueinander?
- Passen die Pflanzen zur Größe der Beete und der umgebenden Architektur?
- Wirkt der Garten in sich geschlossen und ausgewogen?
Eine gute Planung berücksichtigt die Sichtachsen, die Höhe von Hecken und Mauern sowie die Größe von Rasenflächen und Pflanzbereichen.
4. Wiederholung und Rhythmus: Harmonie durch Wiederkehr
Wiederholung ist ein mächtiges Gestaltungsmittel. Sie sorgt für Ruhe und Verbindlichkeit im Gartenbild. Wiederkehrende Pflanzenarten, Farben, Materialien oder Formen schaffen einen Rhythmus, der das Auge leitet und dem Garten Struktur verleiht.
Beispiele:
- Mehrfach verwendete Buchskugeln entlang eines Weges
- Wiederkehrende Pflastersteine oder Kiesflächen
- Gleichmäßig angeordnete Staudenbeete
Wichtig ist, dass die Wiederholung nicht monoton wirkt. Kleine Variationen – etwa in der Höhe oder Farbe der Pflanzen – sorgen für Spannung und Lebendigkeit.

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5. Materialwahl und Farbgestaltung
Auch die Auswahl von Materialien und Farben ist ein Grundelement formaler Gartengestaltung. Klare Linien, zurückhaltende Farben und hochwertige Materialien wie Naturstein, Holz oder Metall unterstreichen den eleganten Charakter eines formalen Gartens.
- Farbgestaltung: In formalen Gärten dominieren oft Grüntöne, ergänzt durch weiße, blaue oder violette Blüten. Knallige Farben werden sparsam eingesetzt, um Ruhe und Eleganz zu bewahren.
- Materialien: Wege, Terrassen und Einfassungen sollten aus langlebigen, pflegeleichten Materialien bestehen, die zur Architektur des Hauses passen.
6. Geometrische Formen: Rechteck, Kreis und Quadrat
Formale Gärten zeichnen sich durch klare, geometrische Grundformen aus. Rechtecke, Kreise und Quadrate sind die Bausteine, aus denen Wege, Beete und Rasenflächen gebildet werden. Diese Formen sorgen für Übersichtlichkeit und lassen sich gut miteinander kombinieren.
Beispiele:
- Rechteckige Rasenflächen, eingerahmt von Buchshecken
- Kreisrunde Sitzplätze oder Wasserbecken
- Quadratische Pflanzbeete mit symmetrischer Bepflanzung
Die strenge Geometrie verleiht dem Garten ein zeitloses, elegantes Erscheinungsbild.
7. Wasser als Gestaltungselement
Wasser ist ein beliebtes Element in der formalen Gartengestaltung. Ob als geradliniges Wasserbecken, als Brunnen oder als spiegelnde Fläche – Wasser bringt Bewegung, Frische und Reflexion in den Garten. In formalen Anlagen sind Wasserflächen meist geometrisch gestaltet und werden von klaren Kanten eingefasst.
Fazit: Der Weg zum formal gestalteten Traumgarten
Die Grundelemente der formalen Gestaltung im Gartenbau sind vielseitig und bieten zahlreiche Möglichkeiten, einen Garten individuell und dennoch strukturiert zu gestalten. Wer Achsen, Symmetrie, Proportionen, Wiederholungen, Farben, Materialien und geometrische Formen bewusst einsetzt, schafft einen Garten, der nicht nur schön aussieht, sondern auch Ruhe, Klarheit und Beständigkeit ausstrahlt.
Ob kleiner Stadtgarten oder weitläufige Parkanlage – die Prinzipien der formalen Gestaltung helfen, aus jedem Außenbereich einen besonderen Ort zu machen, der zum Verweilen, Genießen und Entspannen einlädt.
