Gartenpflege

Kellerasseln im Gewächshaus: Ursachen und Gegenmaßnahmen

Viele Menschen haben in ihrem Garten ein Gewächshaus. Manche möchten auf diese Weise sicherstellen, dass ihr tägliches Obst und Gemüse garantiert frei von Pestiziden ist. Andere sind vom Wachstumsprozess der Pflanzen fasziniert. Und wieder andere züchten sogar seltene und exotische Gewächse in ihren Gewächshäusern.

Eines haben jedoch alle Besitzer eines solchen Häuschens gemeinsam: Sie stecken viel Liebe und Herzblut in die Versorgung ihrer Pflanzen. Umso ärgerlicher ist es, wenn sich ungebetene Gäste in der warm-feuchten Atmosphäre breit machen. Ein Tier, das relativ häufig in Gewächshäusern anzutreffen ist, ist die Kellerassel. Im folgenden Beitrag erfahren Sie, warum sich die kleinen, grauen Tierchen im Gewächshaus so wohlfühlen und wie Sie die Plagegeister effektiv wieder loswerden können.

Hintergründe: Wissenswertes über Kellerasseln

Kellerasseln werden häufig zu den Insekten gezählt, streng genommen gehören sie allerdings zu den Krebstieren. Ihr Körper ist länglich und in mehrere Segmente unterteilt, die eine gräuliche oder braune Färbung aufweisen. Seitlich befinden sich mehrere Beinpaare. Der bevorzugte Lebensraum der Kellerassel sind dunkle und feuchte Orte. Deshalb trifft man sie besonders häufig in Kellern, Garagen, Bodenfugen und eben auch in Gewächshäusern an.

Kellerassel
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Auch wenn die Krebstierchen bei vielen Menschen Abscheu und Ekel hervorrufen, sind sie doch äußerst nützlich für das Ökosystem. Sie ernähren sich nämlich ausschließlich von organischen Abfällen wie abgestorbenen Pflanzenresten oder Laub. Dadurch tragen sie zu einer Zersetzung von organischem Material bei und sind eigentlich sogar nützlich. Problematisch wird es immer dann, wenn sie in großer Zahl auftreten, denn dann beschränkt sich ihre Nahrungsaufnahme nicht mehr nur auf biologische Abfälle, sondern auch junge und gesunde Pflanzen werden angefressen.

Ursachen: Deshalb fühlen sich Kellerasseln in Gewächshäusern wohl

Gewächshäuser erfüllen oft viele Kriterien für eine Umgebung, in der sich Kellerasseln besonders wohlfühlen. Das Klima im Inneren eines solchen Häuschens ist oftmals feucht-warm – ideal für viele junge Pflanzen, aber eben auch für Kellerasseln, die sich unter solchen Bedingungen rasend schnell vermehren. Diese Problematik wird weiter erschwert, wenn eine übermäßige Bewässerung bei gleichzeitig schlechter Drainage stattfindet, da die Feuchtigkeit so erhalten bleibt.

Gewächshaus
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Eine zu starke Belüftung ist gerade in der Anwuchszeit eher unerwünscht, allerdings trägt auch die ungelüftete Atmosphäre dazu bei, dass sich Kellerasseln im Gewächshaus besonders wohlfühlen. Nicht zuletzt finden sich in vielen Gewächshäusern Pflanzenabfälle und anderes organisches Material, das die Nahrungsgrundlage für Kellerasseln darstellt.

Anzeichen: So erkennen Sie einen Befall

Das deutlichste Anzeichen dafür, dass Ihr Gewächshaus übermäßig von Kellerasseln befallen ist, sind sichtbare Tierchen auf Pflanzen oder im Boden. Dabei ist grundsätzlich zu berücksichtigen, dass einzelne Asseln sogar einen positiven Effekt auf Ihre Gewächse haben; ein großes Vorkommen hingegen gefährdet die jungen Pflänzchen. Manchmal gelingt es den Kellerasseln jedoch auch recht gut, sich im Verborgenen zu halten. In einem solchen Fall können Schäden an Ihren Pflanzen auf einen Befall hindeuten.

Kellerasselbefall
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Achten Sie deshalb besonders auf abgeknickte Triebe oder Fraßstellen und gehen Sie deren Ursachen auf den Grund. Ein weiteres Indiz dafür, dass sich Kellerasseln in Ihrem Gewächshaus besonders wohlfühlen, ist übermäßige Feuchtigkeit im Boden. Auch in einem solchen Fall sollten Sie speziell Ausschau nach den kleinen Krebstierchen halten.

Gegenmaßnahmen: Mit diesen Tipps werden Sie Kellerasseln im Gewächshaus wieder los

Die gute Nachricht: Es gibt zahlreiche Maßnahmen, die Sie ergreifen können, um die kleinen Plagegeister wieder loszuwerden. Zunächst sollten Sie das Klima in Ihrem Gewächshaus verbessern. Achten Sie auf eine reduzierte Bewässerung und verbessern Sie die Belüftung, um die Feuchtigkeit im Anzuchthaus zu verringern. Im nächsten Schritt sollten Sie den Kellerasseln Ihre Nahrungsgrundlage entziehen. Entfernen Sie deshalb sorgfältig organisches Material und Laub von den Pflanzentöpfen und dem Gewächshausboden.

Um einer hohen Population von Kellerasseln schnell Herr zu werden, können Sie zudem natürliche Fressfeinde einsetzen. Dazu gehören zum Beispiel Nematoden, also Fadenwürmer, die sich als Parasit im Körper der Kellerassel ansiedeln und diese dort mit Bakterien infizieren. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass es unzählige verschiedene Nematodenarten gibt; es ist also darauf zu achten, dass die richtige Art zur Bekämpfung von Kellerasseln gewählt wird. Eine weitere Möglichkeit ist der Einsatz von Insektiziden. Bedenken Sie allerdings, dass sich ein solcher Einsatz in der Regel auch auf die Pflanzen in Ihrem Gewächshaus überträgt.

pflanzen im gewächshaus
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Prävention: So lässt sich ein Befall verhindern

Neben Gegenmaßnahmen gibt es auch einige Präventionsmaßnahmen, die einen Befall Ihres Gewächshauses mit Kellerasseln von Anfang an verhindern können. Dazu gehört die regelmäßige Kontrolle der Pflanzen und des Gewächshausbodens. Je früher Sie eine Besiedelung mit Kellerasseln erkennen, desto weniger aufwendig ist deren Bekämpfung.

Achten Sie außerdem darauf, dass die Luftfeuchtigkeit nicht dauerhaft zu hoch ist. Regelmäßiges Lüften verhindert eine stickige, feucht-warme Atmosphäre, die nicht nur für Kellerasseln, sondern beispielsweise auch für Pilze attraktiv ist. Nicht zuletzt sollten Sie Hygiene und Sauberkeit im Gewächshaus nicht vernachlässigen, um Kellerasseln präventiv die Nahrungsgrundlage zu entziehen.

Fazit

Die meisten Menschen sind nicht erfreut, wenn sie Kellerasseln in ihrem Gewächshaus entdecken. Doch mit ein paar einfachen Maßnahmen lassen sich die ungebetenen Gäste auch schnell wieder vertreiben. Für einen nachhaltigen Erfolg ist es allerdings unabdingbar, die Atmosphäre im Gewächshaus zu verändern – denn Dunkelheit, Feuchtigkeit und herumliegende Pflanzenabfälle sind für die Krebstierchen unwiderstehlich.