Ausgleichsbehälter verliert Druck: Ursachen, Folgen und Lösungen

Der Ausgleichsbehälter ist ein unscheinbares, aber zentrales Bauteil in Heizungsanlagen, Solaranlagen und Kfz-Kühlsystemen. Er sorgt dafür, dass Druckschwankungen ausgeglichen werden und das System zuverlässig funktioniert.
Doch was tun, wenn der Ausgleichsbehälter plötzlich Druck verliert? Welche Ursachen stecken dahinter, wie erkennt man das Problem und wie lässt es sich beheben? In diesem Blogartikel erfährst du alles Wichtige rund um das Thema – von der Diagnose bis zur fachgerechten Lösung.
Was ist ein Ausgleichsbehälter und warum ist er wichtig?
Ein Ausgleichsbehälter, auch Membran- oder Druckausdehnungsgefäß genannt, ist ein mit Luft oder Gas gefüllter Behälter, der in geschlossenen Systemen wie Heizungsanlagen oder Fahrzeugkühlern eingesetzt wird. Seine Hauptaufgabe: Er nimmt das sich bei Erwärmung ausdehnende Wasser auf und hält den Systemdruck im optimalen Bereich. Ohne Ausgleichsbehälter würde der Druck im System bei Temperaturänderungen stark schwanken, was zu Schäden an Leitungen, Ventilen oder anderen Komponenten führen kann.
Symptome: Woran erkennt man Druckverlust?
Ein Druckverlust am Ausgleichsbehälter macht sich meist durch folgende Anzeichen bemerkbar:
- Häufiges Nachfüllen von Wasser: Die Heizung oder das Kühlsystem verlangt immer wieder nach Wasser.
- Druckanzeige fällt ab: Der Manometer zeigt einen zu niedrigen Systemdruck an.
- Heizkörper werden nicht mehr richtig warm: Luft gelangt ins System, es entstehen Gluckergeräusche.
- Sicherheitsventil öffnet häufig: Bei zu hohem oder zu niedrigem Druck kann das Ventil anspringen.
- Feuchtigkeit oder Wasser am Ausgleichsbehälter: Sichtbare Leckagen deuten auf einen Defekt hin.
Ausgleichsbehälter verliert Druck: Was sind die Ursachen?
Es gibt verschiedene Gründe, warum ein Ausgleichsbehälter Druck verliert:
1. Defekte Membran
Im Inneren des Ausgleichsbehälters befindet sich eine flexible Membran, die Wasser und Gas voneinander trennt. Wird diese Membran porös oder reißt, kann das Gas entweichen und der Behälter verliert seine Funktion. Das Wasser füllt dann den gesamten Behälter aus, der Druckausgleich ist gestört.
2. Gasverlust (Stickstoff oder Luft)
Viele Ausgleichsbehälter sind mit Stickstoff oder Luft vorgespannt. Mit der Zeit kann das Gas durch winzige Undichtigkeiten entweichen – die Vorspannung sinkt, der Behälter verliert Druck.
3. Undichtigkeiten am Behälter oder den Anschlüssen
Rost, Korrosion oder mechanische Beschädigungen können zu Leckagen führen. Besonders bei älteren Behältern ist dies eine häufige Ursache.
4. Falscher Vordruck
Wurde der Ausgleichsbehälter beim Einbau nicht korrekt eingestellt oder der Vordruck nicht regelmäßig kontrolliert, kann es zu Problemen kommen. Auch nach Wartungsarbeiten wird der Vordruck manchmal vergessen.
5. Fehlerhaftes Sicherheitsventil
Ein klemmendes oder undichtes Sicherheitsventil kann dazu führen, dass ständig Druck aus dem System entweicht.

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Folgen eines defekten Ausgleichsbehälters
Wenn der Ausgleichsbehälter nicht mehr richtig arbeitet, hat das weitreichende Folgen für das gesamte System:
- Druckschwankungen: Leitungen und Komponenten werden unnötig belastet, was zu Schäden führen kann.
- Leckagen und Wasserschäden: Überdruck kann zu geplatzten Rohren oder undichten Stellen führen.
- Verminderte Heizleistung: Luft gelangt ins System, Heizkörper werden nicht mehr richtig warm.
- Höherer Energieverbrauch: Die Anlage arbeitet ineffizient, was sich auf die Heizkosten auswirkt.
- Komplettausfall der Anlage: Im schlimmsten Fall schaltet die Heizung oder das Kühlsystem ab.
Was tun bei Druckverlust? Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Druck prüfen:
Kontrolliere regelmäßig den Systemdruck am Manometer. Der optimale Wert liegt bei den meisten Heizungsanlagen zwischen 1,2 und 2,0 bar (je nach System und Gebäudehöhe). - Vordruck am Ausgleichsbehälter messen:
Der Vordruck (meist 0,8–1,5 bar) kann mit einem geeigneten Manometer am Ventil des Behälters überprüft werden. Wichtig: Vor dem Messen sollte das System drucklos gemacht werden! - Sichtprüfung:
Untersuche den Ausgleichsbehälter auf Rost, Feuchtigkeit oder sichtbare Beschädigungen. Prüfe auch die Anschlüsse und das Sicherheitsventil. - Membran testen:
Klopfe vorsichtig an den Behälter – klingt er überall gleich „voll“, ist vermutlich die Membran defekt. Ein intakter Behälter klingt unterschiedlich (halb „hohl“, halb „voll“). - Nachfüllen und Nachstellen:
Ist nur der Vordruck zu niedrig, kann dieser mit einer Luftpumpe oder einem Kompressor wiederhergestellt werden. Achte auf die Herstellerangaben! - Austausch bei Defekt:
Ist die Membran beschädigt oder der Behälter undicht, hilft meist nur der Austausch des gesamten Behälters. - Fachmann hinzuziehen:
Bei Unsicherheiten oder größeren Schäden solltest du einen Heizungsbauer oder Fachbetrieb beauftragen.
Wie kann man Druckverlust vorbeugen?
- Regelmäßige Wartung: Lass deine Heizungsanlage jährlich warten – dabei wird auch der Ausgleichsbehälter überprüft.
- Druck regelmäßig kontrollieren: Ein kurzer Blick auf das Manometer kann teure Schäden verhindern.
- Richtiger Vordruck: Beachte die Herstellerangaben und lasse den Vordruck ggf. vom Fachmann einstellen.
- Korrosionsschutz: Verwende geeignete Zusätze im Heizungswasser, um Rost vorzubeugen, und lasse das System regelmäßig auf Undichtigkeiten prüfen.
Häufige Fragen zum Thema
Kann ich den Ausgleichsbehälter selbst nachfüllen?
Das Nachfüllen von Luft oder Stickstoff ist mit etwas handwerklichem Geschick möglich, sollte aber nur bei voller Kenntnis der Anlage erfolgen. Bei Unsicherheiten lieber einen Fachmann rufen.
Wie oft muss der Ausgleichsbehälter gewechselt werden?
Die Lebensdauer liegt meist zwischen 8 und 15 Jahren. Bei Defekten oder starkem Rost sofort austauschen.
Was kostet ein neuer Ausgleichsbehälter?
Je nach Größe und Ausführung liegen die Kosten (ohne Einbau) zwischen 50 und 200 Euro.
Fazit
Ein Ausgleichsbehälter, der Druck verliert, ist kein Bagatellproblem – er kann die gesamte Heizungs- oder Kühlanlage gefährden. Mit regelmäßiger Kontrolle, Wartung und schnellem Handeln bei Problemen lässt sich teurer Schaden vermeiden. Wer unsicher ist, sollte immer einen Fachbetrieb hinzuziehen – so bleibt das System sicher und effizient.
