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Nachhaltig heizen: Brennmaterial aus Altpapier

In Zeiten steigender Energiepreise und wachsendem Umweltbewusstsein suchen immer mehr Menschen nach alternativen Brennstoffen. Eine besonders interessante und nachhaltige Möglichkeit ist die Nutzung von Altpapier als Brennmaterial.

Doch wie funktioniert das Heizen mit Altpapier, welche Methoden gibt es, worauf sollte man achten und welche Vor- und Nachteile bringt diese Alternative mit sich? In diesem Artikel erfährst du alles Wissenswerte rund um das Thema.

Warum Altpapier als Brennstoff?

Altpapier fällt in nahezu jedem Haushalt in großen Mengen an – Zeitungen, Werbeprospekte, Kartonagen oder Verpackungen landen oft im Papiermüll. Doch anstatt das Papier einfach zu entsorgen, kann es sinnvoll weiterverwendet werden. Die energetische Nutzung von Altpapier schont nicht nur Ressourcen, sondern trägt auch zur Reduzierung des Müllaufkommens bei. Zudem ist Papier ein nachwachsender Rohstoff, dessen Verbrennung – bei richtiger Handhabung – relativ klimaneutral ist, da das bei der Verbrennung freigesetzte CO₂ zuvor von den Pflanzen gebunden wurde.

Welche Arten von Altpapier eignen sich als Brennmaterial?

Nicht jedes Papier ist zum Verbrennen geeignet. Folgende Papiersorten können verwendet werden:

  • Zeitungen und Zeitschriften (ohne Glanzlackierung)
  • Karton und Wellpappe (unbeschichtet, ohne Klebebänder)
  • Papierverpackungen (z. B. Eierkartons)
  • Büropapier (unbedruckt oder gering bedruckt)

Nicht geeignet sind:

  • Hochglanzmagazine, beschichtetes oder stark bedrucktes Papier
  • Papier mit Kunststoffanteilen, Folien, Klebebändern oder Metallklammern
  • Tetrapaks und andere Verbundmaterialien

Der Grund: Bei der Verbrennung von beschichtetem oder behandeltem Papier können schädliche Dämpfe und Schadstoffe entstehen, die sowohl die Umwelt als auch die eigene Gesundheit belasten.

papierbrikett
Fevziie/shutterstock.com

Methoden zur Herstellung

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Altpapier als Brennstoff zu nutzen. Am bekanntesten sind Papierbriketts und Papierrollen.

1. Papierbriketts

Papierbriketts sind verdichtete Blöcke aus Altpapier, die ähnlich wie Holzscheite verbrannt werden können. Sie lassen sich mit einfachen Mitteln selbst herstellen:

So funktioniert’s:

  1. Papier zerkleinern: Das Altpapier wird in kleine Stücke gerissen oder geschnitten.
  2. Einweichen: Die Papierstücke werden in Wasser eingeweicht, bis sie sich zu einem Brei zersetzen.
  3. Pressen: Der Papierbrei wird in eine Brikettpresse (gibt es im Handel oder als DIY-Variante) gefüllt und unter hohem Druck ausgepresst, sodass das Wasser entweicht und feste Briketts entstehen.
  4. Trocknen: Die Briketts müssen an einem trockenen, gut belüfteten Ort mehrere Tage bis Wochen vollständig austrocknen.

Vorteile:

  • Hoher Heizwert, ähnlich wie Holzbriketts
  • Günstig und ressourcenschonend
  • Einfach herzustellen

2. Papierrollen oder „Papierholz“

Eine weitere Methode ist das Rollen von Zeitungen oder Papier zu festen „Stämmen“:

  • Das Papier wird fest aufgerollt und mit einer Schnur fixiert.
  • Die Rollen werden ebenfalls gut getrocknet und können dann als Anzündhilfe oder zum Heizen verwendet werden.

Lagerung und Verwendung

Papierbriketts oder -rollen sollten stets trocken gelagert werden, da feuchtes Papier schlecht brennt und beim Verbrennen viel Rauch erzeugen kann. Ein trockener Keller oder ein gut belüfteter Schuppen sind ideal.

Beim Verbrennen im Ofen oder Kamin ist zu beachten:

  • Papierbriketts brennen schneller ab als Holz, erzeugen aber eine intensive Hitze.
  • Sie eignen sich gut als Ergänzung zu Holz, etwa zum Anfeuern oder als Zwischenspeicher.
  • Die Aschemenge ist meist etwas höher als bei Holz, daher sollte der Aschekasten regelmäßig geleert werden.

Vorteile von Brennmaterial aus Altpapier

  • Nachhaltigkeit: Altpapier ist ein Recyclingprodukt und trägt zur Kreislaufwirtschaft bei.
  • Kostenersparnis: Die Herstellung ist günstig, da das Ausgangsmaterial ohnehin anfällt.
  • Ressourcenschonung: Weniger Holz muss verbrannt werden, Wälder werden geschont.
  • Müllreduktion: Papier wird sinnvoll weiterverwendet, statt entsorgt zu werden.

Nachteile und Grenzen

  • Schadstoffe: Falsches Papier (beschichtet, bedruckt) kann Schadstoffe freisetzen.
  • Heizwert: Papierbriketts haben einen etwas geringeren Heizwert als reines Holz.
  • Aufwand: Die Herstellung ist zeitaufwendig und erfordert Platz zum Trocknen.
  • Ofenverträglichkeit: Nicht jeder Ofen ist für die Verbrennung von Papierbriketts geeignet. Moderne, zugelassene Öfen sollten verwendet werden, um Emissionen gering zu halten.

Rechtliche Hinweise

In Deutschland ist das Verbrennen von Papier grundsätzlich nur in dafür zugelassenen Feuerstätten erlaubt. Offene Feuer im Garten oder das Verbrennen von Abfällen ist verboten. Zudem sollten die Herstellerangaben des Ofens beachtet werden, um Schäden und unnötige Emissionen zu vermeiden.

Fazit

Brennmaterial aus Altpapier ist eine clevere, nachhaltige und kostengünstige Ergänzung zum klassischen Brennholz. Wer die richtige Papierauswahl trifft, Briketts sorgfältig herstellt und für eine gute Trocknung sorgt, kann mit selbstgemachtem Papierbrennstoff einen wertvollen Beitrag zum Umweltschutz leisten und dabei Heizkosten sparen. Wichtig ist, stets auf die Umweltverträglichkeit zu achten und nur geeignetes Papier zu verwenden.