Kirschlorbeer entsorgen: Das sollte man beachten

Der Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus) ist eine der beliebtesten Heckenpflanzen in deutschen Gärten. Er wächst schnell, ist immergrün und bildet einen dichten Sichtschutz. Doch was tun, wenn die Pflanze zu groß wird, krank ist oder einfach ersetzt werden soll?
Die Entsorgung von Kirschlorbeer stellt viele Gartenbesitzer vor Fragen – denn nicht immer ist das einfache Kompostieren erlaubt oder sinnvoll. In diesem Artikel erfährst du, warum die Entsorgung von Kirschlorbeer besondere Aufmerksamkeit verdient, welche Möglichkeiten es gibt und wie du dabei umweltgerecht und gesetzeskonform vorgehst
Warum ist die Entsorgung von Kirschlorbeer problematisch?
Kirschlorbeer enthält in allen Pflanzenteilen giftige Substanzen wie Blausäure (Cyanwasserstoff), die für Menschen und Tiere gesundheitsschädlich sein können. Besonders die Blätter und Samen sind gefährlich. Darüber hinaus zersetzt sich das Laub sehr langsam, da es viele Gerbstoffe enthält, die den Kompostierungsprozess hemmen. Auch aus ökologischer Sicht ist Kirschlorbeer kritisch: Er gilt als invasive Art und verdrängt heimische Pflanzen, wenn er unkontrolliert entsorgt wird.
Darf das Schnittgut auf den Kompost?
Nein, Kirschlorbeer sollte nicht auf den normalen Gartenkompost! Die langsame Verrottung, die Giftstoffe und die Gefahr, dass sich Samen oder Stecklinge im Kompost weiterverbreiten, sprechen dagegen. Kompostierst du Kirschlorbeer dennoch, kann es passieren, dass die Giftstoffe in den Kompost übergehen und später auf deinen Beeten landen – das ist insbesondere bei Gemüsebeeten problematisch.
Kirschlorbeer richtig entsorgen: Diese Möglichkeiten gibt es
1. Grünschnittannahmestellen und Wertstoffhöfe
Die sicherste und umweltfreundlichste Methode ist die Abgabe bei einer kommunalen Grünschnittannahmestelle oder einem Wertstoffhof. Hier wird der Kirschlorbeer meist in großen Kompostieranlagen bei hohen Temperaturen verarbeitet, wodurch die Giftstoffe abgebaut werden und eine unkontrollierte Ausbreitung verhindert wird.
Tipp: Informiere dich vorab bei deiner Gemeinde, ob Kirschlorbeer angenommen wird, da manche Anlagen bestimmte Vorgaben haben.
2. Biotonne
Kleinere Mengen Kirschlorbeer können in vielen Kommunen über die Biotonne entsorgt werden. Die Blätter und Zweige werden in industriellen Kompostieranlagen ebenfalls sicher zersetzt.
Achtung: Bitte keine großen Mengen oder ganze Wurzeln in die Biotonne geben – das kann zu Problemen bei der Verarbeitung führen.
3. Verbrennung
In einigen Regionen ist das Verbrennen von Schnittgut erlaubt, allerdings nur unter bestimmten Auflagen und meist nur außerhalb der Vegetationsperiode. Prüfe unbedingt die örtlichen Vorschriften! Das Verbrennen ist allerdings aus ökologischer Sicht nicht zu empfehlen, da es die Luft belastet.
4. Professionelle Gartenbaubetriebe
Wenn du größere Mengen Kirschlorbeer entfernen musst (z. B. eine ganze Hecke), lohnt sich die Beauftragung eines Gartenbauunternehmens. Diese kümmern sich fachgerecht um das Ausgraben, Zerkleinern und die sichere Entsorgung.

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So bereitest du die Entsorgung vor
- Zerkleinern: Schneide Äste und Blätter klein, damit sie leichter transportiert und verarbeitet werden können.
- Sicherer Transport: Trage beim Schneiden und Transportieren Handschuhe, da der Pflanzensaft Hautreizungen verursachen kann.
- Keine illegale Entsorgung: Entsorge Kirschlorbeer niemals im Wald, auf Feldern oder in der freien Natur! Das ist nicht nur verboten, sondern fördert auch die Ausbreitung der Pflanze und schadet der Umwelt.
Was tun mit Wurzeln und Stümpfen?
Die Wurzeln des Kirschlorbeers sind robust und treiben oft wieder aus, wenn sie nicht vollständig entfernt werden. Grabe möglichst alle Wurzelteile aus und entsorge sie ebenfalls über den Wertstoffhof oder die Grünschnittannahmestelle. Auch hier gilt: Nicht auf dem Kompost oder in der freien Natur entsorgen!
Zusammenfassung: Die wichtigsten Punkte auf einen Blick
- Kirschlorbeer enthält Giftstoffe und sollte nicht auf den heimischen Kompost.
- Die Entsorgung über Wertstoffhöfe, Grünschnittannahmestellen oder (in kleinen Mengen) über die Biotonne ist am sichersten.
- Verbrennen ist nur in Ausnahmefällen und unter Beachtung der Vorschriften erlaubt.
- Niemals illegal in der Natur entsorgen – das ist verboten und schadet der Umwelt.
- Wurzeln vollständig ausgraben und ebenfalls fachgerecht entsorgen.
- Beim Umgang mit Kirschlorbeer immer Handschuhe tragen.
Fazit
Die Entsorgung von Kirschlorbeer erfordert Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein. Mit der richtigen Vorgehensweise schützt du nicht nur dich selbst, sondern auch Umwelt und Nachbarschaft. Informiere dich bei deiner Gemeinde über die örtlichen Möglichkeiten und halte dich an die empfohlenen Entsorgungswege. So leistest du einen wichtigen Beitrag zum Natur- und Umweltschutz!
