Nelken: Was tun, wenn die Knospen vertrocknen?
Nelken verströmen einen einmaligen Duft. Zudem sorgen die roten, pinken, gelben oder weißen Blütenblätter für bunte Farbtupfer. Wenn allerdings bereits die Knospen vertrocknen, kommt es leider gar nicht dazu. Dann nehmen die Blütenanlagen schnell einen unansehnlichen Braunton an. Damit das nicht passiert, beleuchten wir die Gründe für vertrocknete Nelkenknospen und skizzieren mögliche Gegenmaßnahmen.
Das sind typische Ursachen für das Vertrocknen von Nelkenknospen
Nelkenknospen sind relativ empfindlich. Wenn sie vertrocknen, kommen dafür grundsätzlich zahlreiche Gründe infrage. Besonders häufig liegt jedoch eine der folgenden Ursachen vor:
Zu wenig Wasser
Nelken vertragen temporär Trockenheit recht gut. Dennoch benötigen sie wie alle Pflanzen Wasser, um zu gedeihen. Ist die Wasserzufuhr nicht ausreichend, können junge Knospen austrocknen und verkümmern. Das Risiko ist beim Umpflanzen in sehr trockene Böden besonders hoch.
Zu viel Wasser
Eine zu starke Wasserzufuhr tut Nelken allerdings überhaupt nicht gut. Besonders problematisch ist hier ständiges übermäßiges Gießen bzw. Staunässe. Denn diese kann die Wurzeln der Pflanzen regelrecht ersticken. Dann wiederum drohen braune und vertrocknete Knospen.

Nährstoffmangel
Nelken benötigen nicht nur ausreichend Wasser, sondern auch Nährstoffe. Liefert der Boden nicht genug davon, kann das die Nelkenknospen beeinträchtigen. Eine besonders wichtige Rolle spielt dabei oft Stickstoff.
Überdüngung
Ähnlich wie beim Wasser ist auch bei Nähstoffen bzw. Dünger die Devise „Viel hilft viel“ bei Nelken fehl am Platz. Das gilt vor allem, wenn die Stickstoffzufuhr zu üppig ausfällt. Dann bilden die Pflanzen in vielen Fällen nur wenig Knospen und bestehende Blütenanlagen können sogar vertrocknen.
Falscher Standort
Bei Nelken spielt ein geeigneter Standort eine wichtige Rolle. So liebt die Pflanze einen sonnigen Platz. Zudem muss am gewählten Ort eine gute Luftzirkulation gewährleistet sein. Außerdem sollten konkurrierende Gewächse ausreichend weit entfernt sein. Diese Standortfaktoren beeinflussen das Gedeihen der Nelke erheblich. Mangelt es an geeigneten Voraussetzungen, kann das zum Vertrocknen der Knospen führen.

Verzicht auf Rückschnitt
Nicht nur bei Nelken empfiehlt es sich, abgestorbene Triebe und verwelkte Blüten regelmäßig zu entfernen. So lässt sich verhindern, dass die Pflanze Kraft für diese toten Teile verschwendet. Unterbleibt ein regelmäßiger Rückschnitt, kann es vorkommen, dass für Knospen nicht mehr ausreichend Nährstoffe zur Verfügung stehen, sodass diese braun und unansehnlich werden.
Pilzbefall
Pilze sind oft eher ein Symptom als die eigentliche Ursache. So kann etwa Staunässe zum Pilzbefall führen oder zumindest das Risiko dafür erhöhen. Bei Nelken kommen unter anderem Botrytis und Falscher Mehltau als Pilzkrankheiten vor. Während für Botrytis graue oder braune Partien auf Pflanzenteilen charakteristisch sind, sorgt Falscher Mehltau für gelbliche Flecken auf der Oberseite der Blätter.
Insektenbefall
Auch Insekten können Nelken und deren Knospen schädigen. Hier ist nicht nur ein direkter Angriff auf die Blütenanlagen möglich. Die Nelkenknospen können zudem durch eine indirekte Attacke absterben, weil die Tiere den Nährstofffluss behindern. Nelken leiden besonders häufig an Blattläusen, Milben und Raupen.

So lassen sich vertrocknete Nelkenknospen verhindern
Das Aufspüren von (möglichen) Gründen für das Vertrocknen von Nelkenknospen ist natürlich nur der erste Schritt. Als Nächstes gilt es, geeignete Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Davor ist aber eine genaue Diagnose wichtig. Denn nur so ist sichergestellt, dass Hobbygärtner die wirkliche Ursache bekämpfen.
Kontrolliertes Gießen
Ein optimales Wassermanagement ist bei Nelken ein besonders wichtiger Faktor. Grundsätzlich verträgt die Pflanze eher (etwas) Trockenheit als zu viel Nässe. Sind der Boden feucht und die Knospen schlaff sowie vertrocknet, so ist wahrscheinlich eine zu starke Wasserzufuhr bzw. Staunässe das Problem. Bei vielen starren und vertrockneten Knospen bei trockenem Boden fehlt – vor allem bei Nelken in Töpfen – allerdings eher Wasser.

Es empfiehlt sich, Nelken nicht zu viel und zudem gezielt zu gießen. Dabei sollte das Gießwasser nur an den unteren Teil und nicht an Knospen, Blüten und Blätter dringen. Bei Topfpflanzen ist es wichtig, auf Untersetzer zu verzichten, um schädliche Staunässe zu vermeiden.
Bedachte Nährstoffzufuhr
Bei der Nährstoffzufuhr gilt es, das Optimum zu finden. Bei natürlichem und sehr nährstoffreichem Boden ist eine Volldüngung oft gar nicht nötig. Hilfreich kann aber im Frühjahr eine Düngung mit organischem Material sein. Bei Topfkulturen sollte es ausreichen, die Nelken alle eineinhalb Monate sparsam zu düngen. Die Blätter strahlen im vollen Grün und sind sehr zahlreich, obwohl Knospen vertrocknet sind? Dann ist die Ursache wahrscheinlich Überdüngung.
Anpassung des Standorts
Nelken lieben luftige Plätze, an denen täglich fünf oder besser sechs Stunden lang die Sonne scheint. Wer so einen Standort findet, verbessert die Chancen, dass es der Pflanze gut geht. Nelken, die draußen im Beet wachsen, mögen außerdem keine Konkurrenz. Deswegen sollte die nächste Pflanze im Idealfall mindestens 20 cm entfernt wachsen. Ideal für Nelken ist ein lockerer Boden, der sich durch eine gute Wasserdurchlässigkeit auszeichnet.

Bekämpfung von Pilz- und Insektenbefall
Bei Insekten- und Pilzbefall liegt die Ursache meistens tiefer. Deswegen gilt es zunächst, die gegebenenfalls dahinter stehenden Gründe abzustellen – etwa Staunässe. Manchmal genügt das bereits. Bei Pilzen ist die Entfernung der befallenen Pflanzenpartien besonders wichtig. Nur bei starkem Befall sollte ein geeignetes Fungizid zum Einsatz kommen. Ansonsten hilft Neemöl, das auch gegen zahlreiche Insekten wirksam ist.
Bei der Identifikation von Schädlingen ist die Untersuchung der angegriffenen Pflanze oft aufschlussreich. Während etwa Blattläuse für klebrige, angefressene Blätter sorgen und Raupen winzige Fressgänge hinterlassen, erzeugen Spinnmilben feine Gespinste sowie gelbliche Flecken. Naturfreunde bekämpfen das Getier ohne die chemische Keule und verwenden Marienkäfer gegen Blattläuse, Schlupfwespen gegen Raupen sowie Raubmilben gegen andere Milben.
Regelmäßiger Rückschnitt
Wer Nelken regelmäßig zurückschneidet, tut etwas für die Pflanzengesundheit und reduziert das Risiko vertrockneter Knospen. Der Schnitt ist vor allem bei verblühten Blüten, braunen und hohlen Knospen sowie angefressenen Blättern geboten. Zudem ist es wichtig, abgestorbene Blätter und Zweige zu entfernen. Das alles fördert außerdem die Bildung neuer, gesunder Knospen.