Schädlinge von Weiden: Erkennen, vorbeugen und bekämpfen

Weiden (Gattung Salix) sind in Europa weit verbreitete und äußerst vielseitige Gehölze. Sie wachsen entlang von Flüssen, auf feuchten Wiesen und in Parks, verschönern Gärten und dienen als Rohstofflieferant für Flechtwerk, Korbwaren und sogar als Brennholz.
Doch so robust und anpassungsfähig Weiden auch sind – sie sind keineswegs vor Schädlingen gefeit. Verschiedene Insekten, Milben und Pilze können Weiden befallen, ihre Vitalität beeinträchtigen und im schlimmsten Fall zum Absterben der Pflanzen führen. In diesem Artikel erfährst du, welche Schädlinge besonders häufig auftreten, wie du sie erkennst, welche Schäden sie verursachen und wie du deine Weiden wirkungsvoll schützt.
Warum sind Weiden anfällig für Schädlinge?
Weiden sind schnellwüchsig, bilden zahlreiche Triebe und gelten als anspruchslos. Dennoch sind sie für viele Schädlinge attraktiv, weil ihre weichen, saftreichen Blätter und Triebe leicht zu durchdringen sind und ideale Nahrung bieten. Besonders junge Weiden und Stecklinge sind gefährdet, da ihr Abwehrsystem noch nicht vollständig ausgebildet ist. Auch feuchte Standorte und dichte Pflanzungen begünstigen die Ausbreitung von Schädlingen und Krankheiten.
Die wichtigsten Schädlinge im Überblick
Schädling |
Typische Symptome |
Bekämpfungsmöglichkeiten |
Blattläuse |
Verkrümmte Blätter, Honigtau, Ameisen, Rußtau |
Abspritzen, Nützlinge, Rapsöl-/Kaliseifenpräparate |
Weidenbohrer |
Bohrlöcher, Bohrspäne, absterbende Äste |
Entfernen befallener Äste, ggf. Fällen |
Weidengallmilbe |
Gallen/Beulen an Blättern, verkrümmte Blätter |
Entfernen befallener Blätter, meist keine Behandlung nötig |
Weidenblattkäfer |
Lochfraß, skelettierte Blätter, sichtbare Käfer |
Absammeln, biologische Insektizide, Nützlinge fördern |
Miniermotten |
Minengänge in Blättern, vorzeitiger Blattfall |
Entfernen befallener Blätter, Förderung von Nützlingen |
Pilzinfektionen |
Flecken, Pusteln, Blattverfärbungen, Blattfall |
Entfernen befallener Blätter, fungizide Mittel bei Bedarf |
1. Blattläuse (Aphidoidea)

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Blattläuse zählen zu den häufigsten Schädlingen an Weiden. Besonders die Große Weidenblattlaus (Tuberolachnus salignus) und die Schwarze Weidenblattlaus (Pterocomma salicis) treten oft in großen Kolonien auf. Sie saugen an den jungen Trieben und Blättern, entziehen der Pflanze Nährstoffe und scheiden Honigtau aus. Dieser klebrige Belag begünstigt wiederum die Ansiedlung von Rußtaupilzen, die die Photosynthese behindern.
Symptome:
- Verkrümmte, verkümmerte Blätter und Triebspitzen
- Klebrige Beläge (Honigtau)
- Auftreten von Ameisen, die die Blattläuse „melken“
- Schwarzfärbung durch Rußtaupilze
Bekämpfung:
Blattläuse können oft mit einem kräftigen Wasserstrahl abgespült werden. Nützlinge wie Marienkäfer, Florfliegen und Schlupfwespen sind natürliche Feinde. Bei starkem Befall können spezielle Pflanzenschutzmittel auf Rapsöl- oder Kaliseifenbasis eingesetzt werden.
2. Weidenbohrer (Cossus cossus)

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Der Weidenbohrer ist ein auffälliger Schmetterling, dessen Raupen sich tief in das Holz von Weiden bohren. Die Larven können bis zu 10 cm lang werden. Sie fressen Gänge im Stamm und in den Ästen, wodurch die Wasser- und Nährstoffversorgung gestört wird.
Symptome:
- Eintrittslöcher im Stamm oder an Ästen
- Sägemehlartige Bohrspäne am Stammfuß
- Absterbende Triebe oder ganze Äste
- Schwacher Harzfluss
Bekämpfung:
Befallene Äste sollten großzügig zurückgeschnitten und entfernt werden. Bei starkem Befall hilft oft nur das Fällen der betroffenen Pflanze. Eine direkte chemische Bekämpfung ist kaum möglich, daher ist Vorbeugung durch gesunde, vitale Pflanzen besonders wichtig.
3. Weidengallmilbe (Aculus tetanothrix)

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Gallmilben sind winzige, mit bloßem Auge kaum sichtbare Spinnentiere, die an Weiden charakteristische Gallen verursachen. Die Weidengallmilbe löst das typische Auftreten von kleinen, blasigen oder beuligen Wucherungen an den Blattoberflächen aus.
Symptome:
- Gallen (Blasen, Beulen) auf den Blättern
- Verkrümmte, missgestaltete Blätter
- In schweren Fällen Wachstumsstörungen
Bekämpfung:
Meist ist ein Eingreifen nicht nötig, da gesunde Weiden den Befall gut verkraften. Bei starkem Befall hilft das Entfernen und Vernichten befallener Blätter. Chemische Mittel sind selten erforderlich.
4. Weidenblattkäfer (Chrysomela vigintipunctata und andere Arten)

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Weidenblattkäfer sind kleine, auffällig gefärbte Käfer, deren Larven und erwachsene Tiere die Blätter der Weiden fressen. Besonders bei Massenvermehrung können sie ganze Bäume kahlfressen.
Symptome:
- Lochfraß an Blättern
- Skelettierte Blätter (nur Blattadern bleiben stehen)
- Sichtbare Käfer und Larven auf den Blättern
Bekämpfung:
Das Absammeln der Käfer und Larven ist bei kleinen Bäumen effektiv. Bei starkem Befall können biologische Insektizide eingesetzt werden. Nützlinge wie Vögel und Raubwanzen helfen, die Population zu kontrollieren.
5. Miniermotten (Phyllonorycter salicicolella, Stigmella salicis)

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Miniermotten legen ihre Eier auf die Blätter von Weiden ab. Die schlüpfenden Larven fressen sich in das Blattgewebe und hinterlassen charakteristische Minengänge.
Symptome:
- Helle, silbrige oder bräunliche Gänge und Flecken auf den Blättern
- Vorzeitiger Blattfall
- Geschwächte Pflanzen bei starkem Befall
Bekämpfung:
Das Entfernen und Vernichten befallener Blätter reduziert die Ausbreitung. Nützlinge wie Parasitoidenwespen können die Motten auf natürliche Weise eindämmen.
6. Pilzinfektionen und weitere Schädlinge

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Neben tierischen Schädlingen sind auch Pilzkrankheiten wie Rostpilze (Melampsora spp.) oder Blattfleckenpilze (Marssonina salicicola) problematisch. Diese verursachen gelbe, braune oder schwarze Flecken auf den Blättern und können bei starkem Befall zu Kahlfraß führen.
Symptome:
- Flecken, Pusteln oder Verfärbungen auf den Blättern
- Vorzeitiger Blattfall
- Schwächung der Pflanze
Bekämpfung:
Das Entfernen und Vernichten befallener Blätter sowie eine gute Durchlüftung der Krone helfen, Pilzbefall zu verhindern. Bei starkem Befall können fungizide Mittel eingesetzt werden.
Vorbeugende Maßnahmen und Tipps für gesunde Weiden
Um Weiden vor Schädlingen und Krankheiten zu schützen, sind vorbeugende Maßnahmen besonders wichtig. Hier einige bewährte Tipps:
- Standortwahl: Wähle für deine Weiden einen geeigneten Standort mit ausreichend Licht, guter Luftzirkulation und feuchtem, aber nicht staunassem Boden.
- Sortenwahl: Es gibt zahlreiche Weidenarten und -sorten mit unterschiedlicher Anfälligkeit für Schädlinge. Informiere dich vor dem Pflanzen über resistente Sorten.
- Pflanzabstand: Setze Weiden nicht zu dicht, damit Luft und Licht an alle Pflanzenteile gelangen. Das erschwert Schädlingen und Pilzen das Ausbreiten.
- Regelmäßige Kontrolle: Untersuche deine Weiden regelmäßig auf typische Schadbilder. Je früher ein Befall erkannt wird, desto leichter ist er zu bekämpfen.
- Förderung von Nützlingen: Schaffe Lebensräume für Marienkäfer, Florfliegen, Vögel und andere Nützlinge, die natürliche Feinde vieler Schädlinge sind.
- Schnitt und Pflege: Entferne regelmäßig abgestorbene oder befallene Zweige und Blätter. Ein gezielter Rückschnitt fördert die Vitalität und beugt Krankheiten vor.
- Stärkung der Pflanze: Gesunde, kräftige Weiden sind widerstandsfähiger. Unterstütze das Wachstum durch Mulchen, Düngen und ausreichende Bewässerung in Trockenzeiten.
Wann ist eine chemische Bekämpfung sinnvoll?
Der Einsatz von Insektiziden oder Fungiziden sollte immer das letzte Mittel sein und nur bei massivem Befall erfolgen. Viele Schädlinge lassen sich durch natürliche Maßnahmen oder Nützlinge ausreichend kontrollieren. Chemische Pflanzenschutzmittel können auch nützliche Tiere schädigen und das ökologische Gleichgewicht stören. Achte bei der Anwendung unbedingt auf die Zulassung für Weiden und auf die richtige Dosierung.
Fazit: Wachsamkeit und Vielfalt sind der beste Schutz für Weiden
Weiden sind wunderschöne, vielseitige Gehölze, die mit der richtigen Pflege und Aufmerksamkeit viele Jahre Freude bereiten. Die meisten Schädlinge lassen sich durch vorbeugende Maßnahmen, regelmäßige Kontrolle und das Fördern von Nützlingen gut in Schach halten. Nur in Ausnahmefällen ist eine chemische Bekämpfung notwendig. Wer seine Weiden kennt, typische Schadbilder früh erkennt und rechtzeitig handelt, kann ernsten Problemen meist vorbeugen und seine Weiden gesund und vital erhalten.
