Pflanzenwissen

Trompetenblume: Ausläufer effektiv vernichten

Majestätisch ranken sich die leuchtenden Blütenkelche der Trompetenblume (Campsis radicans) über Zäune, Mauern und Pergolen. Doch so attraktiv diese Kletterpflanze im Sommer auch wirkt, bereiten ihre kräftigen Ausläufer vielen Hobbygärtnern Kopfzerbrechen.

Schnell erobert der wuchsfreudige Kletterer mit seinen Wurzelausläufern Beete, Wege und sogar den Nachbars Garten. Wer die Trompetenblume einmal im Beet hat, fragt sich oft nach kurzer Zeit, wie sich die hübsche Blume unter Kontrolle bringen lässt.

Trompetenblumen und ihre Ausläufer

Die Trompetenblume treibt kräftige, unterirdische Ausläufer, die oft weit entfernt vom Hauptstamm neue Pflanzen aus dem Boden schieben. Schon kleine Wurzelreste reichen aus, damit wieder neue Sprosse wachsen. Deshalb gilt die Trompetenblume als besonders hartnäckig. Die Trompetenblume ist ein echter Überlebenskünstler. Ihre Wurzelausläufer speichern Wasser und Nährstoffe, sodass sie auch nach einem radikalen Rückschnitt immer wieder neu austreiben. Das erklärt, warum sie selbst nach mehreren Jahren noch an unerwarteten Stellen im Garten auftauchen kann.

Campsis radicans ausläufer
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Es ist typisch für die Trompetenblume, dass plötzlich neue Triebe im Blumenbeet auftauchen oder auch weit entfernt von der ursprünglichen Pflanze. Gerade Hobbygärtner, die diese Kletterpflanze nicht gut kennen, verwechseln die jungen Austriebe leicht mit Unkraut.

Wenn Sie die wilden Triebe der Trompetenblume früh erkennen, können Sie gezielt gegen sie vorgehen – es lohnt sich, genau hinzuschauen. Denn mit zunehmendem Alter bildet die Trompetenblume mehr Ausläufer. Zudem bergen selbst kleinste Wurzelstücke im Boden ein dauerhaftes Risiko für neue Pflanzen. Entsprechend sorgfältig sollten Sie vorgehen, wenn Sie die Triebe entfernen, um die Trompetenblume dauerhaft in Schach zu halten.

Mechanische Methoden: Gründlich und ausdauernd arbeiten

Eine der wichtigsten und offensichtlichsten Maßnahmen gegen unerwünschte Ausläufer ist, sie mechanisch zu entfernen. Das klingt einfach, erfordert aber Geduld und Konsequenz.

  • Ausgraben der Wurzeln: Sobald sich neue Sprosse zeigen, sollten Sie diese mit einem Spaten oder einer Grabegabel möglichst tief ausgraben. Dabei möglichst das Wurzelstück komplett entfernen. Bleiben Teile zurück, wachsen daraus neue Triebe.
  • Regelmäßiges Nachstechen: Über den Sommer lohnt es sich, den Boden rund um die Pflanze regelmäßig zu kontrollieren. Frisch austreibende Ausläufer sind sofort zu entfernen. Je jünger die Triebe, desto einfacher lassen sie sich mitsamt der Wurzel herausziehen.
  • Wurzelsperre anlegen: Wer eine Trompetenblume im Garten behalten, aber das Ausbreiten verhindern möchte, kann beim Pflanzen eine Wurzelsperre aus stabilem Kunststoff oder Metall in den Boden einbringen. Diese sollte rund um den Wurzelballen mindestens 60 Zentimeter tief reichen, um das Wachstum der Ausläufer zu begrenzen.

Der große Vorteil mechanischer Methoden liegt darin, dass keine Chemikalien nötig sind, die den Boden und den Garten unnötig belasten. Allerdings verlangen diese Maßnahmen Ausdauer; oft dauert es mehrere Jahre, bis die Trompetenblume aufgibt.

wurzeln ausgraben
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Vorbeugung: Die beste Strategie gegen Ausläufer

Wer erst gar keine wilden Triebe möchte, setzt von Anfang an auf die richtige Pflanztechnik und gute Pflege. Als Standort für die wuchsfreudige Pflanze eignen sich abgegrenzte Plätze. Durch natürliche Barrieren wie Mauern oder breite Wege können die Ausläufer nicht weit wachsen. Trompetenblumen gedeihen auch hervorragend in großen Töpfen. So bleibt das Wurzelwachstum im Zaum, und die Pflanzen können sich nicht so stark im Garten ausbreiten.

Eine weitere Strategie ist es, der Pflanze das Leben schwer zu machen. Gute Pflege sorgt auch für starkes Wachstum, also: die Pflanze nicht gießen und düngen. Dadurch blüht sie zwar nicht ganz so prächtig wie bei der idealen Pflege, aber sie hat dann nicht die Kraft, um sich unkontrolliert auszubreiten. Zusätzlich sollten Sie altes Laub und Mulch entfernen, denn sie bieten jungen Trieben einen idealen Start.

Für besonders hartnäckige Fälle gibt es biologische Alternativen: Hier kann es helfen, gezielt Wurzelkonkurrenten zu pflanzen. Tiefwurzelnde Stauden oder Bodendecker nehmen der Trompetenblume Nährstoffe und Raum, sodass neue Ausläufer schlechter anwachsen. Wenn Sie regelmäßig kontrollieren und schnell eingreifen, haben Sie gute Chancen, den Kletterkünstler in seine Schranken zu weisen. Erfahrungsgemäß bewährt sich eine Kombination aus verschiedenen Methoden, um langfristig Erfolg zu haben.

trompetenblume eindämmen
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Alternativen: Pflanzen ersetzen oder umsetzen

Wenn alle Versuche scheitern und die Trompetenblume sich immer weiter ausbreitet, bleibt manchmal nur noch, sie komplett zu entfernen. Das bedeutet, die Pflanze samt aller erreichbaren Wurzeln auszugraben. Ein aufwendiges Unterfangen, denn häufig treiben noch Jahre später einzelne Sprosse aus übrig gebliebenen Wurzelresten aus. Sorgfältig nachzukontrollieren ist deshalb unerlässlich. Wer den Platz neu gestalten möchte, kann auf weniger wuchsfreudige Kletterpflanzen wie Clematis, Geißblatt oder Passionsblume ausweichen. Diese entwickeln keine weitreichenden Ausläufer und lassen sich leichter im Zaum halten.

Ausläufer der Trompetenblume nachhaltig vernichten: Unser Fazit

Die Ausläufer der Trompetenblume in den Griff zu bekommen, verlangt Geduld, genaue Beobachtung und regelmäßiges Eingreifen. Mit Ausgraben, Nachstechen und gegebenenfalls einer gut eingebauten Wurzelsperre lassen sich die wilden Triebe der Trompetenblume gut eindämmen. Wer am Ball bleibt, kann den kräftigen Kletterer zähmen und die schönen Blüten genießen – ohne unerwünschte Überraschungen in den Nachbarbeeten.