Molch im Teich: Ist das gut oder schlecht?
Molche sind vielseitige Räuber mit einem breiten Nahrungsspektrum. Unter Wasser fressen sie Mückenlarven, Wasserkäferlarven, Wasserflöhe und junge Schnecken, wodurch sie deren Populationen deutlich senken und damit potenzielle Schädlinge im Gartenteich reduzieren. An Land ernähren sie sich von Regenwürmern, Spinnen, bodenbewohnenden Käfern und anderen Kleinlebewesen. Ihre Aktivität reguliert dadurch Schaderreger im Boden.
Molche sind der Allrounder für den Gartenteich
Molchlarven spielen eine wichtige Rolle im Nährstoffkreislauf, denn sie nehmen organische Stoffe auf und scheiden sie wieder aus, was zu einer Umlagerung von Biomasse in den Sedimentbereichen führt. Dies unterstützt den Abbau durch aerobe Mikroorganismen, stabilisiert die Wasserqualität und reduziert zudem das Algenwachstum. Zwar sind ausgewachsene Molche gelegentlich Beute von Reihern, Graureihern oder größeren Amphibien, doch fügen sie sich nahtlos in das Nahrungsnetz ein und stärken durch ihre Präsenz die trophische Vernetzung im Teichbiotop.

Gestaltung eines molchfreundlichen Teichs
Eine artgerechte Molch-Habitat-Gestaltung kombiniert flache Uferzonen mit einem tieferen Bereich. Flachwasserbereiche von 20 bis 40 cm Tiefe bieten ideale Laichplätze. Diese Bereiche sollten zudem gut temperiert sein, vor Räubern schützen und über ausreichende Sonneneinstrahlung verfügen. Eine Tiefe von mindestens 80 cm verhindert das vollständige Durchfrieren im Winter. Die Ufer sollen sanft abfallen, mit krautigen Pflanzen wie Binsen, Seggen, Schilf und heimischen Stauden bepflanzt sein, um Rückzugsmöglichkeiten zu schaffen. Ein kiesiger oder leicht sandiger Teichboden erleichtert Larven das Graben von Höhlen, die als Schutz fungieren.
Laub und Asthaufen in unmittelbarer Teichnähe dienen Molchen als Winterquartiere. Auf den Einsatz von chemischen Düngemitteln und Pestiziden sollte möglichst verzichtet werden. Pflegemaßnahmen wie das Absaugen von Schlamm oder das behutsame Zurückschneiden der Vegetation sollten ohne starke Strömung erfolgen, damit die Laichplätze und das Pflanzenwachstum erhalten bleiben. Kleine flache Holzstege oder Steinplatten erleichtern den Molchen den Wasserwechsel.

Interaktion mit anderen Teichbewohnern
Molche steigern die Biodiversität und Frösche sowie Kröten profitieren davon, denn Molche fressen in der Regel keinen Froschlaich. Durch die Reduktion von Schneckenbeständen sinkt das Risiko parasitärer Würmer bei Kaulquappen. Gleichzeitig konkurrieren Libellenlarven und Molchlarven nur geringfügig um Nahrung, und in naturnahen Teichen finden beide Arten genügend Ressourcen.
Ein Problem entsteht bei der Fischhaltung, denn insbesondere Karpfen und Koikarpfen fressen Molchlaich oder junge Molche. Daher empfiehlt sich für einen echten Molchteich ein fischfreies Zonenkonzept oder einen separaten Teichbereich nur für Molche einzurichten. Wasserinsekten wie Wasserskorpione, Schwimmkäfer oder Köcherfliegenlarven profitieren von der Vielfalt und tragen zur Nahrungsauswahl bei. Eine umfangreiche Mischung einheimischer Wasserpflanzen unterstützt eine gleichmäßige Sauerstoffversorgung und beugt Nährstoffüberschüssen vor.
Vorteile – und mögliche Einschränkungen
Die Vorteile auf einen Blick:
- Molche helfen, Algenblüten durch Regulierung von Schnecken und Insektenlarven zu verhindern.
- Ihre Sediment-Umlagerung fördert die Sauerstoffzufuhr und ermöglicht eine aerobe Zersetzung.
- Als Bioindikatoren weisen sie auf Verunreinigungen oder ein Ungleichgewicht im Teich hin.
- Molche erhöhen die Artenvielfalt und gestalten Teiche lebendiger und ästhetisch attraktiver.
Einschränkungen und Risiken:
- Zu dichte Beschattung durch übermäßige Ufervegetation kann Pilzinfektionen wie Saprolegnia begünstigen.
- In städtischen Gegenden begegnen Molche Verkehrswegen, Verlust von Landschaftselementen und versiegelten Flächen, was ihre Populationen gefährdet.
- Während direkter Schaden für den Garteneigentümer selten ist, müssen vor Umbauten wie Teichsanierungen, Larven und Tiere geschützt oder umgesiedelt werden. Dazu ist eine fachkundige Begleitung ratsam.

Rechtlicher Schutz in Deutschland, Österreich und der Schweiz
Molche unterliegen in Mitteleuropa strengem Schutz. In Deutschland regeln Bundesnaturschutzgesetz und Bundesartenschutzverordnung ihren Schutzstatus. Auch in Österreich und der Schweiz bestehen entsprechende regionale bzw. nationale Naturschutzgesetze. Molche, ihre Larven und Laichplätze dürfen nicht gefangen, gestört oder gesammelt werden. Dies ist grundsätzlich ohne Genehmigung verboten und kann mit empfindlichen Bußgeldern geahndet werden.
Naturnahe Gartenteiche dürfen jedoch so gestaltet werden, dass Molche eigenständig einwandern. Ein freiwilliges Monitoring, etwa durch Beobachtung seltener Arten oder die Meldung an lokale Naturschutzgruppen, unterstützt die Bestandsüberwachung. Viele Amphibienschutzprojekte ermöglichen den Austausch im Rahmen der Teichpflege oder dem Neubau naturnaher Biotope.
Ein paar weitere interessante Aspekte zum Thema Molch und Gartenteich
Krankheitsschutz und parasitäre Risiken
Molche können von Pilzbefall (z. B. Chytridpilze) betroffen sein, insbesondere in schattigen, kühlen und stagnierenden Wasserbereichen. Eine kontrollierte Teichpflege, saisonales Absaugen von überschüssigem Schlamm und moderate Wasserzirkulation (ohne starke Pumpen) helfen, das Infektionsrisiko zu senken. Zudem sollten Zierfische und Molche nicht vermischt werden, um ein pathogenes Übergreifen zu vermeiden.
Einbindung des Gartens als Lebensraumnetzwerk
Ein einziger Gartenteich ist ideal, aber wenn mehrere Teiche oder Feuchtbereiche vorhanden sind, können Molche sich besser verteilen und das Habitat wirkt widerstandsfähiger. Die Anlage von schmalen Biotopstreifen oder Laubschirmen zwischen Teichen erhöht die Vernetzung. Ein naturnaher Garten mit unversiegelten Bereichen, wie Blumenwiesen, Gehölzrändern und Totholz-Strukturen, steigert die Lebensmöglichkeiten für Molch-Populationen deutlich.

Monitoring und Daten zur Artenvielfalt
Wer einen Molchteich anlegt, kann durch einfache Beobachtungen selbst zum Datenverteiler werden: Sichtung von Larven, Laichbändern, Beobachten der Wanderung zur Laichzeit im Frühjahr. Viele Landesverbände für Amphibienschutz bieten Online-Meldesysteme. Solche Bürger-Science-Daten tragen zur langfristigen Erfassung regionaler Bestände bei.
Pädagogisches Potenzial für den Naturgarten
Molche und ihr Lebenszyklus bieten hervorragende Lehrmotive, auch für Kinder im Garten. Laich, Larvenstadien, Metamorphose zum erwachsenen Molch, all das kann sozialpädagogisch und bildend genutzt werden. Gartenbesitzer können Infotafeln aufstellen oder Beobachtungsstationen mit Unterwasserkameras oder Lupenschalen einrichten.
Fazit und Empfehlung
Molche im Gartenteich erweisen sich als ökologische Allrounder, denn sie regulieren Schaderreger, verbessern die Wasserqualität, vernetzen Trophieketten und dienen als Indikatoren für den Zustand eines Gewässers. Ein fachgerecht gestalteter, fischfreier Teich mit naturnahen Uferzonen und sauberer Wasserqualität bietet optimale Voraussetzungen für Molche. Vor allem in naturnahen Gärten schaffen sie ein lebendiges und ökologisch wertvolles Biotop. Mit einer verantwortungsbewussten Gestaltung und Pflege, ohne Chemie und mit Respekt für gesetzliche Schutzvorgaben, lässt sich ein Molchteich zum Wohle des Gartens, der Arten und der Umwelt erfolgreich etablieren.