Kräuter und Salat auf dem Balkon anbauen: Tipps für kleine Flächen

Wer auf dem Balkon eigenes Gemüse oder frische Kräuter anbauen möchte, steht gleich zu Anfang vor der zentralen Frage: Wie nutzt man den begrenzten Platz am besten aus? Klassische Gartenbeete kommen für die meisten Stadtwohnungen nicht in Frage, doch selbst in Kübeln, Kästen oder kompakten Beetsystemen wachsen Kräuter, Salate und kleinere Gemüsesorten zuverlässig. Bei guter Vorbereitung kann man sich auch auf wenigen Quadratmetern eine kleine, aber ertragreiche Anbaufläche einrichten.
Standortwahl und die geeignete Beetform
Bevor die erste Saat in die Erde kommt, lohnt es sich, einen Blick auf den Standort zu werfen. Kräuter wie Basilikum, Petersilie oder Thymian lieben sonnige bis halbschattige Plätze mit mindestens vier bis sechs Stunden direkter Sonne täglich. Salate kommen auch mit etwas weniger Sonne aus und vertragen kühlere Temperaturen besser. Auf Balkonen in höheren Stockwerken weht häufig ein stärkerer Wind, der den Boden austrocknet und empfindliche Jungpflanzen schädigen kann. Einen großen Teil der Hitze verringern Rankgitter oder eine dichte Bepflanzung am Rand.
Für die Beetform gibt es auf Balkon und Terrasse viele Möglichkeiten. Kübel und Balkonkästen sind die platzsparendsten Arten der Bepflanzung, bieten aber nur wenig Wurzelraum. Wer mehr Substrat geben möchte, hat in einem Hochbeet für Balkon oder Terrasse nicht nur einen Rückenschoner gefunden, sondern auch bei der größeren Erdmenge gleichmäßigere Temperatur und Feuchtigkeit des Substrates erzielt. Für Salate und flachwurzelnde Kräuter braucht das Substrat häufig nur 20 bis 25 cm tief zu sein, tiefer wurzelnde Pflanzen wie die Pastinake verlangen entsprechend mehr Raum.
Aussaat, Pflanzenauswahl und Kombination
Bei der Pflanzenauswahl ist eine Mischung von Arten, die schnell wachsen, mit solchen, die länger stehen bleiben, anzuraten. Radieschen und Pflücksalate sind nach etwa drei bis sechs Wochen erntereif, Kräuter wie Schnittlauch oder Petersilie dagegen können über Monate hinweg immer wieder beerntet werden. Diese Mischkultur sorgt dafür, dass die Fläche durchgehend genutzt wird und nicht nach der ersten Ernte leer bleibt.
Bei der Aussaat sind Feinsamen wie Karotten oder Salat nur ganz wenig mit Erde zu bedecken, sie benötigen Licht zur Keimung. Die größeren Samen, wie die der Bohnenkräuter, kommen tiefer in die Erde. Ein Abstand von 15 bis 20 cm zwischen einzelnen Salatpflanzen verhindert, dass sich die Blätter gegenseitig den Lichtzugang nehmen.
Pflege, Bewässerung und Erntezeitpunkt
Kasten und Beetpflanzen auf dem Balkon trocknen schneller aus als Erde im Freiland, weil ihre Substratmenge beschränkt ist und Wind und Sonne stärker einwirken. Im Sommer ist häufig tägliches Gießen erforderlich; Staunässe wird durch die Anlage einer Drainageschicht aus Blähton oder Kies am Beetboden verhindert.
Eine regelmäßige Düngung fördert das Wachstum, besonders bei Dauerkulturen wie Schnittlauch oder Pflücksalat, die über Wochen mehrfach beerntet werden. Organische Flüssigdünger lassen sich gut dosieren und genügen den Anforderungen aller Kräuter und Salate.
Zu den häufigsten Übeln der Balkonkulturen gehören Blattläuse und Schnecken. Eine regelmäßige Kontrolle der Blattunterseiten, der Einsatz von Schneckenkorn und physische Abwehranlagen (Kupferband) helfen, einen Befall frühzeitig zu verhindern. Bei der Ernte gilt grundsätzlich: Kräuter sind morgens nach Abtrocknung des Taus zu schneiden, weil dann ihr Gehalt an ätherischen Ölen am höchsten ist. Salate sind möglichst kurz vor der Zubereitung zu ernten, damit die Blätter möglichst frisch bleiben.
