Sichtschutz im Garten: Welche Heckenpflanzen sich wirklich lohnen

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Wer im Garten Abschottung sucht, kann aus einer langen Liste von Heckenpflanzen wählen. Buchsbaum, Kirschlorbeer, Thuja, Hainbuche, Eibe, jede Art hat ihre Vorzüge, jede auch ihre Mängel. Schwerer als die Frage nach dem persönlichen Geschmack wiegt die Frage nach den Standortbedingungen: Bodentyp, Lichtverhältnisse, Platz im Grund und gewünschte Höhe. Wer dies alles von Anfang an beachtet, erspart sich teure Nachpflanzungen und jahrelanges Nacharbeiten.

Immergrüne Klassiker: Kirschlorbeer, Thuja und Eibe

Die drei meistgepflanzten immergrünen Heckenpflanzen in Deutschland sind Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus), Thuja (Lebensbaum) und Eibe (Taxus baccata). Sie bieten ganzjährig Sichtschutz, besitzen aber sehr verschiedene Pflege- und Standortansprüche.

Kirschlorbeer wächst schnell (bis 50 cm im Jahr) und gedeiht an halbschattigen bis sonnigen Standorten mit durchlässigem Boden. Negativ ist zu bemerken, dass sich die großen Blätter nicht sauber mit dem normalen Heckenschneider schneiden lassen. Um Blattverletzungen zu vermeiden, die das Aussehen der Pflanze beeinträchtigen könnten, ist eine Gartenschere die bessere Wahl. Fachgeschäfte wie Heckenmeister bieten hilfreiche Informationen zu optimalen Schnittzeiten und -methoden, die je nach Pflanzenart stark variieren können.

Die Thuja zeichnet sich durch Robustheit und Kostenersparnis aus und wächst in unterschiedlichsten Bodenarten gut. Allerdings neigt sie bei Trockenheit schnell zu braunen Flecken, die nicht mehr verheilen. In Gegenden mit heißen, trockenen Sommern ist dieses Risiko besonders hoch.

Die Eibe hingegen ist eine langsam wachsende Pflanze, die pro Jahr lediglich 20 bis 30 cm zunimmt. Dennoch gilt sie als eine der langlebigsten und stabilsten Heckenpflanzen. Taxus-Hecken können über ein Jahrhundert alt werden und vertragen auch drastische Rückschnitte, selbst ins alte Holz. Zu beachten ist, dass alle Teile der Eibe stark giftig sind. Dies sollte insbesondere in Haushalten mit Kindern oder Haustieren berücksichtigt werden.

Laubabwerfende Alternativen: Hainbuche und Rotbuche

Für diejenigen, die keine immergrünen Pflanzen wünschen oder an einem schattigen Standort gärtnern, bieten sich die Hainbuche (Carpinus betulus) und die Rotbuche (Fagus sylvatica) als attraktive Alternativen an. Beide Bäume verlieren im Winter ihr Laub, lassen aber die vertrockneten Blätter bis zum Frühjahr hängen. Damit erhalten sie einen gewissen Sichtschutz auch im Winter.

Hainbuche wächst in Sonne und tieferem Schatten und hat keine besonderen Ansprüche an den Boden. Sie kann auch an Standorten gedeihen, wo andere Arten nicht wachsen. Der Jahreszuwachs liegt bei 30–40 cm. Rotbuche liebt frische, nährstoffreiche Böden in voller Sonne, ist aber besonders schön wegen ihres kupferfarbigen Herbstlaubes. In der Stadtbegrünung ist sie weniger beliebt, da sie empfindlicher gegen Bodenverdichtung und Trockenheit ist.

Blühende Heckenpflanzen: Forsythie, Felsenbirne und Hundsrose

Für Gärten, wo vor allem die Schönheit zählt, kommen blühende Heckenpflanzen in Betracht. Sie bieten keinen dichten Sichtschutz das ganze Jahr über, sie bringen aber auch ökologischen Gewinn und sind einfach hübsch. Die Forsythie (Forsythia x intermedia) ist eine frühblühende Heckenpflanze. Oft blüht sie bereits im Februar oder März. Rasch wächst sie auf bis zu drei Meter und ist sehr pflegeleicht. Sie kann kräftig zurückgeschnitten werden und eignet sich als lockerer Sichtschutz für naturnahe Gärten.

Die Felsenbirne (Amelanchier) hat gleich mehrere Vorzüge: Sie blüht auch im Frühjahr, sie trägt essbare Früchte, und sie zeigt eine faszinierende Herbstfärbung. Auch als mehrjährige Strauchhecke versorgt sie viele Vögel und Insekten mit Nahrung. Ohne Rückschnitt bringt sie es auf drei bis fünf Meter Höhe.

Die Hundsrose (Rosa canina) ist eine großartige undurchdringliche Schutzhecke, die sich gut an Grundstücksgrenzen machen lässt. Dornen und der dichte Wuchs halten Menschen und große Tiere von der Hecke ab, und die über 150 Wildbienenarten, die Wildrosenblüten als Pollen und Nektarquelle nutzen, sind dankbare Gärtner.

Standort und Ziel entscheiden lassen

Die Wahl der richtigen Heckenpflanze beginnt mit zwei Fragen: Was soll die Hecke leisten, und was gibt der Standort her?

Zur ersten Orientierung:

  • Immergrüner, dichter Sichtschutz auf sonnigem Boden? Kirschlorbeer oder Eibe.
  • Im schattigen oder nassen Standort? Hainbuche, Eibe, Felsenbirne.
  • Schnellwachsend? Kirschlorbeer, Forsythie.
  • Langlebigkeit und Formschnitt erwünscht? Eibe.
  • Ökologischer Gewinn? Hundsrose, Felsenbirne, Hainbuche.
  • Giftfrei bei uns Kindern oder Haustieren? Hainbuche, Rotbuche, Forsythie.

Wer völlig unsicher ist, lässt vor dem Kauf den Boden testen. Viele Gartencenter haben Bodentest-Kits im Angebot, die einen schnell über pH-Wert und Nährstoffgehalt des Bodens informieren. Ein falscher pH-Wert, etwa ein zu saurer Boden für die Rotbuche, kann das Wachstum auch bei bester Pflege nachhaltig hemmen.