Pflanzenwissen

Ferkelkraut effektiv bekämpfen: Wissenswertes und Tipps

Der eigene Garten wird meist mit viel Liebe und Herzblut gehegt und gepflegt. Umso ärgerlicher ist es, wenn sich unerwünschte Pflanzen unvorhergesehen auf dem Grund ansiedeln und womöglich dort verbreiten. Eine Pflanze, die meist nicht besonders gern gesehen wird, ist das sogenannte Ferkelkraut, dessen biologischer Name Portulaca oleracea ist.

Wer das Unkraut aus dem eigenen Garten verbannen möchte, hat hierfür mehrere Möglichkeiten, die unterschiedlich aggressiv sind. Die gute Nachricht: Neben der Bekämpfung des Ferkelkrauts gibt es auch präventive und integrative Strategien im Umgang mit der Pflanze. Woran Sie das Unkraut erkennen, warum es Ihre anderen Pflanzen gefährdet und wie Sie das Ferkelkraut effektiv bekämpfen, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Definition: Was ist Ferkelkraut?

Das Ferkelkraut gehört zur Familie der Fuchsschwanzgewächse. Es verfügt über flach kriechende Wurzeln, aufrechte, meist vierkantige Stängel und kleine gelben Blüten, die aus fünf Blütenblättern bestehen. Die Blätter des Ferkelkrauts sind dick und fleischig und weisen eine elliptische Form auf. Insgesamt wächst das Unkraut bodennah und bildet dabei dichte Vegetationsdecken. Bevorzugt werden sonnige Standorte, gern in Gemüsebeeten oder auf Obstwiesen.

Besonders kennzeichnend ist die rasche Verbreitung des Ferkelkrauts. Das liegt vor allem daran, dass es sich mithilfe von Samen, aber auch durch vegetative Ausbreitung vermehren kann. Sobald Stängel oder Blätter des Ferkelkrauts länger Kontakt mit dem Boden haben, sind sie dazu in der Lage, selbst Wurzeln zu schlagen, was die vollständige Bekämpfung zur Herausforderung macht. Zwar ist die Pflanze nur ein-, manchmal auch zweijährig, doch wegen der überaus schnellen Vermehrung rücken immerzu neue Pflanzen nach und sorgen für die Ausbreitung.

Hypochaeris
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Die ökologische Bedeutung

Wegen seines raschen Wachstums eignet sich Ferkelkraut gut dafür, um auch größere Flächen zügig zu bedecken. Dadurch wird Erosion verhindert, zudem eignet sich die Pflanze zur Gründüngung in Zwischenkulturen. Darüber hinaus können die Blätter und Stängel des Unkrauts in moderaten Mengen als Futtermittel verwendet werden. Hierbei muss allerdings darauf geachtet werden, dass es sich tatsächlich um Ferkelkraut handelt, da eine Verwechslung mit giftigen Arten möglich ist.

Andererseits geht insbesondere die unkontrollierte Verbreitung in Beeten mit der Gefahr einher, Nutzpflanzen zu verdrängen. Das liegt daran, dass das Ferkelkraut einen Großteil der Ressourcen wie Wasser oder Nährstoffe bindet und für sich beansprucht, was die Obst- und Gemüsepflanzen schwächt. Es ist daher unbedingt empfehlenswert, rechtzeitig Maßnahmen zu ergreifen, um dem Unkraut den Kampf anzusagen.

Maßnahmen zur biologischen und mechanischen Bekämpfung von Ferkelkraut

Wegen seiner stark ausgeprägten Verbreitungsfähigkeit ist es nicht einfach, Ferkelkraut vollständig aus dem eigenen Garten zu verbannen. Wird der Befall besonders frühzeitig erkannt, ist es möglich, die Pflanzen regelmäßig durch Handpflücken zu entfernen. Hierbei ist darauf zu achten, die Stängel möglichst mit der Wurzel auszureißen, um ein erneutes Austreiben zu verhindern.

garten mulchen
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Alternativ ist das Mulchen oder Abdecken von Gartenflächen vielversprechend, um das Unkrautwachstum zu unterdrücken. Diese Maßnahme eignet sich allerdings nur, wenn die Nutzpflanze an der entsprechenden Stelle deutlich höher wächst als das Ferkelkraut. Eine weitere Maßnahme ist die sorgfältige Planung der Fruchtfolge in betroffenen Beeten. So kann gegebenenfalls eine Ansiedlung und Verbreitung des Unkrauts von Beginn an verhindert werden.

Ferkelkraut bekämpfen mit chemischen Mitteln

Neben den mechanischen und biologischen Maßnahmen kann Ferkelkraut auch mit diversen Herbiziden bekämpft werden. Hierbei ist allerdings zu beachten, dass eine solche Behandlung in der Regel auch auf die Nutzpflanzen innerhalb des Beetes übergeht und diese dadurch ungenießbar machen kann. Bei einem ausgesprochen starken Befall, der die angebauten Obst- und Gemüsegewächse bereits verdrängt hat, kann es dennoch sinnvoll sein, zu einer chemischen Maßnahme zu greifen. Lesen Sie sich in diesem Fall die Anwendungshinweise sorgfältig durch und beachten Sie die aufgedruckten Sicherheits- und Schutzmaßnahmen.

ferkelkraut bekämpfen
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Kultur- und Anbaupraktiken zur Vorbeugung

Durch eine vorausschauende Planung kann ein Befall des Gartens mit Ferkelkraut womöglich präventiv verhindert werden. Dies umfasst, wie schon erwähnt, eine durchdachte Fruchtfolge, die dem Unkraut nach der Ernte nicht zu leichtes Spiel macht. Außerdem können verschiedene Maßnahmen getroffen werden, um die Widerstandsfähigkeit der angepflanzten Nutzpflanzen zu stärken.

Dazu gehört der Aufbau einer nährstoffreichen Bodenstruktur, das regelmäßige Düngen der Pflanzen sowie eine Bewässerung, die auf die Bedürfnisse der angebauten Gewächse abgestimmt ist. Auch durch eine frühzeitige Bodenbedeckung, die dem Ferkelkraut die Wachstumsgrundlage entzieht, sowie geeignete Maßnahmen zur Unkrautbekämpfung, zum Beispiel das Abdecken freier Flächen im Beet, kann verhindert werden, dass sich das Unkraut im eigenen Garten ausbreitet.

Nachhaltige Strategien und Integration

Ferkelkraut ist eine hartnäckige und widerstandsfähige Pflanze; sollte Ihr Garten von dem Unkraut befallen sein, sollten Sie sich auf eine langfristige Bekämpfung, nicht auf kurzfristige Erfolge fokussieren. Das bedeutet, es gilt, eine gut funktionierende Strategie zu entwickeln, die dem Fuchsschwanzgewächs den Garaus macht. In der Regel kombinieren solche Strategien mechanische, biologische und gegebenenfalls auch chemische Maßnahmen.

Hypochaeris radicata im Garten
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Nehmen Sie sich zudem vor, ehemals befallene Stellen in regelmäßigen Abständen erneut zu kontrollieren, da das Ferkelkraut ein wahrer Überlebenskünstler ist. Notizen über durchgeführte Maßnahmen können zudem dabei helfen, die Effektivität der Strategie zur Bekämpfung kontinuierlich zu verbessern. Das übergeordnete Ziel aller Maßnahmen sollte es sein, die Ausbreitung des Ferkelkrauts langfristig zu stoppen oder einzudämmen.

Fazit

Ferkelkraut gehört zu den besonders widerstandsfähigen Unkräutern, das sich in direkter Nähe zu Nutzpflanzen besonders wohlfühlt – kein Wunder, denn dort finden Sie in der Regel die nährstoffreichsten Böden vor. Sobald eine Besiedelung erfolgt ist, entziehen sie den Nutzpflanzen wertvolle Ressourcen und beeinträchtigen so deren Wachstum.

Sollten Sie feststellen, dass sich das Fuchsschwanzgewächs in Ihrem eigenen Garten niedergelassen hat, sollten Sie nicht den häufigsten Fehler begehen und davon ausgehen, dass das Ferkelkraut von allein wieder vergeht; andernfalls riskieren Sie, dass Ihre Nutzpflanzen sukzessiv von dem Unkraut verdrängt werden. Beginnen Sie stattdessen frühzeitig mit der Bekämpfung. Gerade einzelne Pflanzen können noch gut per Hand entfernt werden, während ein massiver Befall meist drastischere Maßnahmen benötigt.