Mediterraner Garten: Kräuterbeet, Sitzplatz und Grillstation im Einklang

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Ein mediterraner Garten ist geprägt von wenigen, gut abgestimmten Elementen: viel Sonne, duftende Kräuter, warme Materialien und ein definierter Ort zum Kochen. Wer die drei Bereiche rechtzeitig zusammenplant, erspart sich nachträgliche Umbaumaßnahmen und nutzt seine Fläche besser aus.

Drei Zonen, ein Konzept

Drei Zonen sind für die Planung ausreichend: Pflanzzone, Aufenthaltszone und Kochzone. Im Kräuterbeet wächst also, für jedermann erreichbar, die frische Zutat, der Sitzplatz ist der Treffpunkt, die Grillstation der funktionale Mittelpunkt. Wer einmal im Süden Europas einen klassischen Plancha-Grill im Garten gesehen hat, weiß, wie eng dieses Gerät mit der Esskultur der Region verbunden ist.

Die geschlossene Stahlplatte hat ihren Ursprung in Spanien und wird in Andalusien und im Baskenland zur Zubereitung von Fisch, Gemüse und Meeresfrüchten bis heute benutzt. Für die eigene Ansprüche in den Garten übertragen heißt das: Die Fläche zum Kochen sollte durch Hecken oder Wände etwas windgeschützt liegen, einen festen, feuerfesten Untergrund besitzen und nur wenige Schritte vom Kräuterbeet entfernt sein.

Kräuterbeet anlegen: Boden, Sonne, Pflanzen

Kräuter der Mittelmeerländer wie Rosmarin, Thymian, Lavendel, Salbei, Oregano u. a. stammen aus kalkhaltigen, durchlässigen Böden mit einem pH-Wert von etwa 6,5 bis 7,5. Schwere Lehmböden lassen sich mit Kalksplitt, grobem Sand, Lavagranulat und ähnlichem aufbereiten. Ein vollsonniger Standort mit mindestens sechs Stunden direkter Einstrahlung ist Voraussetzung.

Staunässe vertragen die meisten Arten nicht, weshalb sich Hochbeete oder wenigstens etwas höher gelegte Pflanzflächen besser eignen als ebenerdige Anlagen. Rosmarin und Lavendel sind in Mitteleuropa nur bedingt winterhart. Robustere Arten oder Sorten wie Rosmarinus officinalis ’Arp‘ oder Lavandula angustifolia ’Hidcote‘ haben mit Reisigabdeckung auch rauhere Winter überstanden.

Sitzplatz: Materialien, Schatten, Mikroklima

Travertin, Sandstein und gebrannte Tonklinker spiegeln den mediterranen Stil wider und speichern Wärme bis in den Abend hinein. Eine Pergola mit Weinreben, Glyzinien oder Sternjasmin bietet Mittags Schatten und unterstützt das Mikroklima um Pflanzen und Sitzplatz. Mauern aus Bruchstein sind wie ein Wärmespeicher, sie schützen empfindliche Kräuter vor Zug. Bei der Bodengestaltung lohnt ein leichtes Gefälle von etwa zwei Prozent, damit Regenwasser ablaufen kann, ohne die Fugen lange feucht zu halten.

Grillstation: Geräte und Sicherheitsabstände

Die geschlossene Plancha-Platte arbeitet mit Oberflächentemperaturen von 250 bis 300 Grad. Im Gegensatz zum offenen Rost tropft hier kein Fett ins Feuer, die Bildung gesundheitlich bedenklicher polyzyklischer aromatischer Kohlenwasserstoffe kann reduziert werden. Das Bundesinstitut für Risikobewertung warnt seit Jahren davor, dass abtropfendes Fett auf glühender Holzkohle gesundheitlich bedenkliche Verbindungen freisetzen kann.

Für die Aufstellung im Garten gelten die Herstellerangaben zu Sicherheitsabständen, meist wird ein Meter zu brennbaren Materialien wie Holzpergolen, Sichtschutzelementen vorgeschrieben. Ein nicht brennbarer Untergrund aus Betonplatten oder Naturstein ist Standard. Wer mit Gas arbeitet, muss auch auf die Lagerung der Flaschen achten. Druckgasbehälter gehören nicht in geschlossene Kellerräume, sondern in belüftete Außenschränke, wo nicht entweichen kann.

Pflanzen, Düfte und Funktion verbinden

Die räumliche Nähe des Kräuterbeetes zur Grillstation hat einen praktischen Sinn. Frischer Rosmarin, Thymian oder Salbei lässt sich vor dem Garvorgang pflücken, ohne Aromastoffe durch Lagerung zu verlieren. Lavendel und Salbei ziehen Bienen und Schwebfliegen an, die in den Sommermonaten auch andere Gartenbereiche bestäuben.

Wer den Sitzplatz mit dem Kräuterbeet durch einen niedrigen Saum aus Santolina oder Currykraut verbindet, bringt eine durchgängige Linie in das Konzept. Eine einfache Skizze im Maßstab 1:50, in der Pflanz-, Sitz- und Kochzone vor dem ersten Spatenstich verzeichnet sind, spart später Zeit, Material und Korrekturen.