Heckenschnitt: Der ideale Zeitpunkt und die richtige Pflege

Hecken bilden den Rahmen jedes Gartens über viele Jahre. Sie spenden Schatten, sind Sichtschutz und Lebensraum für viele Vögel und Kleintiere. Damit sie dicht und gesund und schön in Form bleiben, brauchen sie regelmäßig zur richtigen Zeit Pflege. Wer die Hecke zu früh oder gar falsch schneidet, muss mit kahlen Stellen, Pilzbefall und ungleichmäßigem Wachstum über Jahre rechnen.
Gesetzliche Schonzeiten
Der Gesetzgeber schützt Vögel und andere Tiere, die in Hecken brüten oder sich dort schützen. Vom 1. März bis zum 30. September ist ein radikaler Rückschnitt oder die Abnahme auf den Stock verboten. In dieser Zeit sind nur schonende Form- und Pflegeschnitte zulässig, bei denen keine Nestbildung oder Aufbau der Pflanze gefährdet wird. Wer nicht genau weiß, wo der Unterschied zwischen einem leichten Pflegeschnitt und einem radikalen Rückschnitt liegt, sollte sich vor dem ersten Schnitt kundig machen oder fachmännischen Rat einholen.
Fachbetriebe wie Heckenmeister kennen diese Vorgaben genau und richten ihre Schneidezeiten danach, so dass auch bei älteren Hecken und bei selbst durchgeführten Arbeiten weder Bußgelder noch bleibende Schäden an der Heckenarchitektur entstehen. Gerade bei hochgewachsenen alten Hecken lohnt sich diese Sorgfalt, denn meist zeigen sich Fehler hier erst nach Jahren.
Der richtige Schnittzeitpunkt im Jahr
Die Hauptschnittzeit liegt zwischen Oktober und Ende Februar, wenn die Vegetationszeit beendet und die Brutzeit in der Hecke abgeschlossen ist. Frostfreie, trockene Tage sind am besten geeignet, weil die Schnittstellen dann schneller abtrocknen und die Gefahr der Pilzinfektion erheblich gesenkt ist. Ein zweiter, nicht zu tiefgehender Formschnitt im Juni hält den Neuaustrieb in Form, ohne allzu sehr ins alte Holz einzugreifen.
Eine weitere, kurze Nachbehandlung im Spätsommer kann bei kräftig wachsenden Arten wie Liguster und Hainbuche nützlich sein, damit die Form bis zum Winter erhalten bleibt. Langsam wachsende Nadelgehölze wie Eibe und Buchsbaum benötigen in der Regel geringen oder keinen Eingriff, oft genügen hier ein Schnitt oder alle zwei Jahre zwei Schnitte.
Technik und Werkzeug für den richtigen Schnitt
Sorgfältig und gut geschärfte Klingen vermeiden ausgefranste Stellen, die Pilzen und anderen Schädlingen als Eintrittspforte dienen. Vor dem Wechsel zur nächsten Pflanze ist Desinfizieren des verwendeten Werkzeugs, z. B. mit hochprozentigem Alkohol, erforderlich, um Krankheiten nicht von einer auf die andere Pflanze zu übertragen.
Für gleichmäßige Ergebnisse hat sich die Trapezform bewährt. Die Form ist so zu halten, dass die Basis breiter bleibt als die Spitze, damit auch die unteren Zweige genügend Licht erhalten und nicht verkahlen. Eine Schnur oder eine gespannte Schnittlatte helfen, die Reihe gerade zu halten, was besonders bei längeren Hecken ohne natürliche Orientierung wichtig ist. Bei Höhen über zwei Metern empfiehlt sich aus Sicherheitsgründen zur Arbeit eine Leiter oder ein Gerüst, weil man sich bei einem unebenen Stand mit der schweren Heckenschere leicht stürzen kann.
Pflege und Beobachtung nach dem Schnitt
Nach einem starken Rückschnitt muss die Hecke mit Nährstoffen versorgt werden, damit sie schnell wieder anblättern kann. Zu dem normalen Austrieb wird deswegen ein Düngemittel mit ausgewogenem Anteil an Stickstoff und Kalium verwendet, welches den Neuaustrieb fördert, ohne das Wachstum unkontrolliert zu steigern. In trockenen Frühjahrsmonaten muss außerdem ausreichend gewässert werden, denn frisch geschnittene Pflanzen leiden leichter unter Wassermangel als die unberührten Bestände.
Auch der Boden um die Hecke herum wird durch eine dünne Mulchschicht feucht gehalten und Unkraut wird unterdrückt. Bei Hecken entlang von Wegen und Grenzverhältnissen macht es sich auch bezahlt, einen kurzen Blick auf die Nachbarschaftsregelungen zu werfen, denn Entfernungsvorschriften und Höhenbegrenzungen sind je nach Gemeinde sehr verschieden geregelt.
