Kröten im Garten: Nutzen, Schutz und häufige Fehler

Frösche im Grünen
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Abends raschelt es im Laub. Dann schiebt sich ein plumper, warziger Körper über die Terrassenplatten, und viele halten ihn für Ungeziefer. Tatsächlich handelt es sich meist um eine Erdkröte, die größte und häufigste Krötenart Europas, die nachts Schnecken und Raupen vertilgt. Wie sich solche Gäste halten lassen, welche gesetzlichen Regeln greifen und welche Alltagsgewohnheiten Bestände unbemerkt schwächen, zeigen die folgenden Abschnitte.

Das Wichtigste kurz zusammengefasst:

  • Nutzen: Erdkröten fressen nachts Schnecken, Raupen, Laufkäfer, Spinnen und andere Insekten.
  • Schutzstatus: Die Art ist nach Bundesnaturschutzgesetz und Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt. Fangen, Verletzen und Töten sind verboten.
  • Teich: Fischfrei, mit flachen Ufern und Ausstiegshilfe. Goldfische fressen Eier und Larven.
  • Winter: Laub-, Kompost- und Totholzhaufen bleiben unberührt, denn dort liegen die Tiere in Winterstarre.

Warum sind Kröten im eigenen Garten so gern gesehen?

Der Nutzen steckt im Speiseplan. Erdkröten jagen in der Dämmerung und nachts Schnecken, Raupen, Tausendfüßer, Laufkäfer, Spinnen und weitere nachtaktive Insekten. Weil sich Nacktschnecken tagsüber verstecken, treffen die Jäger sie genau dann, wenn sie aktiv sind. Das ergibt eine Schädlingskontrolle ohne Chemie, die sich im Beet bemerkbar macht.

Erkennen lassen sich die Tiere an wenigen Merkmalen. Weibchen erreichen bis zu elf, Männchen bis zu neun Zentimeter Länge. Die Haut ist trocken und warzig, die Färbung reicht von Olive über Braun bis Rotbraun, die Augen sind bronzefarben mit waagerechter Pupille. Hinter dem Kopf sitzen große Drüsen, deren Sekret der Feindabwehr dient. Nach einer Berührung sollten daher die Hände gewaschen werden, besser noch bleibt es beim reinen Beobachten.

Welche Regeln gelten für den Schutz der Tiere?

Erdkröten sind nach Bundesnaturschutzgesetz und Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt. Sie dürfen nicht gefangen, verletzt oder getötet werden. Der Schutz erstreckt sich auch auf Entwicklungsformen wie Laich und Kaulquappen, die sich nicht „für den eigenen Teich“ entnehmen lassen. Eine Umsiedlung bringt ohnehin wenig: Die Art gilt als Prototyp der laichplatztreuen Amphibien und kehrt über Jahre zu ihrem Geburtsgewässer zurück.

Wann im Jahresverlauf was passiert

Die Erdkröte folgt einem festen Kalender, und genau daraus erklären sich viele vermeidbare Verluste. Sobald in feuchten Frühjahrsnächten die Temperatur über 5 Grad steigt, setzt die Wanderung zum Laichgewässer ein, vereinzelt schon Ende Januar, meist im März. Das Männchen reist oft huckepack mit. Die Tabelle ordnet die Phasen und leitet praktische Konsequenzen ab.

Zeitraum Verhalten der Erdkröte Praktische Folge
Spätsommer bis Herbst Wanderung vom Sommerquartier ins Winterquartier Laub- und Komposthaufen unangetastet lassen
Winter Winterstarre in frostfreien Verstecken Kompost nicht umsetzen, Totholz liegen lassen
Ende Januar bis April Wanderung zum Laichgewässer ab etwa 5 °C Nachttemperatur Schächte abdecken, Wege nachts nicht befahren
März bis April Ablaichen: Schnüre bis 5 m Länge mit 2.000 bis 6.000 Eiern Teich ungestört lassen
Frühjahr bis Sommer Kaulquappen schlüpfen nach 2 bis 4 Wochen, Jungtiere verlassen im Sommer das Wasser Keine Fische, kein Entschlammen
Sommer Nachtaktive Jagd nach Schnecken und Insekten Kein Schneckenkorn, Mähen nur tagsüber

Lebensraum für Kröten: Teich, Hecke und Laubhaufen

Frosch im Teich

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Ein Teich ist hilfreich, aber nicht der Kern. Wichtiger sind Verstecke, denn den Großteil des Jahres verbringen die Tiere an Land. Die Winterstarre findet in Komposthaufen, Laubhaufen, unter Baumwurzeln oder in feuchten Erdlöchern statt. Folgende Maßnahmen setzen genau dort an:

  • Den Teich fischfrei halten, weil Goldfische, Karpfen und andere Arten Eier und Larven der Amphibien fressen.
  • Flache Uferzonen modellieren, damit Tiere das Wasser gefahrlos erreichen und wieder verlassen können.
  • Eine Ausstiegshilfe aus Steinen, Rampen oder Wurzelholz einbauen, da steile Folienränder zur tödlichen Falle werden.
  • Unter Wasser Pflanzen und Äste einbringen, an denen die bis zu fünf Meter langen Laichschnüre verankert werden.
  • Eine dichte Naturhecke pflanzen, die ganzjährig Schutz, Feuchtigkeit und Insektennahrung liefert.
  • Laub, Reisig und Totholz in einer ruhigen Ecke liegen lassen, damit frostfreie Winterquartiere entstehen.
  • Steinhaufen oder Trockenmauern anlegen, in deren Spalten sich auch Molche und Eidechsen verstecken.
  • Hochstauden und ungemähte Randstreifen stehen lassen, weil sie ein feuchtes Mikroklima und Deckung beim Jagen bieten.

Welche Fehler im Alltag Bestände schwächen

Die meisten Verluste entstehen aus Routine, nicht aus Absicht. Meist sind es gut gemeinte Pflegearbeiten, die Quartiere zerstören oder Wanderwege versperren. Die folgende Liste nennt häufige Fehler samt Begründung:

  • Lichtschächte, Kellertreppen und offene Gullys unabgedeckt lassen: Hineingefallene Tiere schaffen den Weg nach oben nicht mehr, feine Gitter oder Rampen verhindern das.
  • Schneckenkorn und Dünger ausbringen: Gifte und Nährstoffeinträge nehmen den Tieren die Nahrung, und Dünger sowie Umweltgifte zählen laut NABU zu den Gefährdungsursachen.
  • Den Komposthaufen im Winter umsetzen: Tiere in Winterstarre können nicht fliehen und werden verletzt.
  • Mähroboter in Dämmerung und Nacht laufen lassen: Die nachtaktiven Tiere sitzen oft reglos im Gras und geraten unter die Messer.
  • Goldfische oder Koi einsetzen: Der Laich eines ganzen Jahres kann verschwinden, ohne dass es jemand bemerkt.
  • Laich oder Kaulquappen entnehmen und umsiedeln: Das ist verboten und scheitert meist an der Ortstreue der Art.
  • Den Teich im Frühjahr entschlammen: Laichschnüre und Larven gehen verloren, der Spätsommer ist sinnvoller, wenn die Jungtiere das Wasser verlassen haben.
  • Dichte Sockelmauern oder Zäune ohne Durchlass errichten: Die Tiere merken sich ihre erste Wanderroute dauerhaft und laufen gegen das Hindernis an.

Häufige Fragen zum Thema (FAQ)

Was steht auf dem Speiseplan der Tiere?

Erwachsene Tiere fressen Schnecken, Raupen, Regenwürmer, Tausendfüßer, Laufkäfer und Spinnen, also alles, was sich nachts am Boden bewegt. Kaulquappen dagegen ernähren sich vor allem von Algen. Erst nach der Verwandlung im Sommer beginnt die Jagd an Land.

Sind die Tiere für Hund und Katze gefährlich?

Die Hautdrüsen sondern ein Sekret ab, das Schleimhäute reizt. Nimmt ein Hund oder eine Katze eine Kröte ins Maul, folgen meist starkes Speicheln und Würgen. Bei auffälligen Symptomen ist eine tierärztliche Abklärung sinnvoll.

Genügt ein Teich, damit sich Amphibien ansiedeln?

Nicht unbedingt. Erdkröten bleiben ihrem Geburtsgewässer treu und werden erst nach drei bis fünf Jahren geschlechtsreif, weshalb neue Gewässer oft lange leer bleiben. Hecken, Laubhaufen und Totholz im Umfeld entscheiden mit darüber, ob sich Tiere dauerhaft halten.

Wo überwintern die Tiere?

Erdkröten verkriechen sich an frostfreien Orten wie Komposthaufen, Laubhaufen, Baumwurzeln oder feuchten Erdlöchern und verfallen in Winterstarre. Der Grasfrosch dagegen überwintert am Gewässergrund, weshalb ein Teich mindestens einen Meter tief sein sollte.

Fazit

Erdkröten verlangen wenig: frostfreie Verstecke, ein fischfreies Gewässer und den Verzicht auf Gift. Als Gegenleistung dezimieren sie Schnecken und Raupen ganz ohne Chemie. Weil die Art besonders geschützt ist, bleiben Einsammeln und Umsiedeln tabu. Angepasste Mähzeiten, abgedeckte Schächte und durchlässige Zäune schützen die Tiere am wirksamsten.


Quellen und offizielle Nachweise