Laminat und Lärm: Ursachen und mögliche Gegenmaßnahmen

laminatlärm verägert nachbarn
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Laminat ist einer der beliebtesten Bodenbeläge in deutschen Haushalten. Es sieht edel aus, ist pflegeleicht, langlebig und oft günstiger als Echtholzparkett. Doch ein Thema sorgt immer wieder für Diskussionen: der Lärm. Viele Menschen empfinden Laminat als laut – sowohl beim Gehen als auch beim Herunterfallen von Gegenständen.

In diesem Blogartikel erfährst du, warum Laminat oft als „laut“ wahrgenommen wird, welche Arten von Lärm es gibt und wie du mit cleveren Maßnahmen für mehr Ruhe in deinen vier Wänden sorgen kannst.

Warum ist Laminat oft laut?

Im Vergleich zu anderen Bodenbelägen wie Teppich oder Vinyl hat Laminat eine harte Oberfläche. Diese reflektiert Schallwellen stärker und dämpft Geräusche weniger. Zudem wird Laminat meist schwimmend verlegt, das heißt, es liegt nicht fest mit dem Untergrund verbunden auf dem Boden. Dadurch kann sich der Schall ungehindert zwischen Laminat und Estrich ausbreiten und verstärken.

Ein weiteres Problem: Laminat verfügt über keine eigene schalldämpfende Schicht. Während Teppichboden Trittschall nahezu komplett schluckt, gibt Laminat die Energie fast ungefiltert an den Raum und den Untergrund weiter.

Arten von Lärm bei Laminatboden

Wenn von „Laminatlärm“ die Rede ist, sind meist zwei verschiedene Geräuscharten gemeint:

  1. Gehschall:
    Das sind die Geräusche, die du selbst im Raum wahrnimmst, wenn du über den Laminatboden gehst. Typisch ist ein helles, klapperndes Geräusch, das besonders bei festen Schuhen oder Absätzen auffällt. Auch Haustiere mit Krallen können für deutlichen Gehschall sorgen.
  2. Trittschall:
    Dieser Lärm wird über den Boden in angrenzende Räume übertragen – also zum Beispiel in die Wohnung unter dir. Trittschall ist vor allem in Mehrfamilienhäusern ein Problem und kann das Verhältnis zu Nachbarn empfindlich stören.
laminatboden

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Gesetzliche Vorgaben und Normen

Gerade beim Trittschall gibt es in Deutschland klare Vorgaben. Nach der DIN 4109 (Schallschutz im Hochbau) muss der Trittschallpegel in Wohngebäuden bestimmte Grenzwerte einhalten. Wer Laminat verlegt, ist verpflichtet, für eine ausreichende Trittschalldämmung zu sorgen – sonst kann es im Extremfall sogar zu Mietminderungen oder rechtlichen Auseinandersetzungen kommen.

Ursachen für lautes Laminat

  1. Fehlende oder ungeeignete Trittschalldämmung:
    Der häufigste Grund für lauten Laminatboden ist eine fehlende oder minderwertige Trittschalldämmung. Wird Laminat direkt auf den Estrich gelegt, kann der Schall ungehindert übertragen werden.
  2. Falsche Verlegung:
    Schwimmend verlegtes Laminat muss rundum Bewegungsfreiheit haben. Liegt das Laminat zu stramm an den Wänden oder ist nicht sauber entkoppelt, entstehen Knarz- und Knackgeräusche.
  3. Günstiges Laminat:
    Billige Laminatböden sind oft dünner und haben eine weniger stabile Klickverbindung. Sie schwingen stärker und verstärken so den Gehschall.
  4. Falsche Raumakustik:
    Leere, große Räume mit wenig Möbeln, Vorhängen oder Teppichen reflektieren Schall besonders stark. Der Laminatboden wirkt dann noch lauter.

Lösungen: So reduzierst du Lärm bei Laminat

  1. Hochwertige Trittschalldämmung verwenden:
    Die wichtigste Maßnahme ist eine geeignete Trittschalldämmung. Sie wird direkt unter dem Laminat verlegt und besteht meist aus Schaumstoff, Kork oder speziellen Dämmmatten. Gute Trittschalldämmungen können den Lärmpegel um bis zu 20 Dezibel senken. Achte beim Kauf auf die Angaben zum Trittschall- und Gehschallschutz. Hochwertige Dämmungen sind zwar etwas teurer, zahlen sich aber durch deutlich mehr Wohnkomfort aus.
  2. Laminat mit integrierter Dämmung wählen:
    Viele Hersteller bieten Laminatböden an, bei denen die Trittschalldämmung bereits auf der Rückseite angebracht ist. Das spart Zeit bei der Verlegung und sorgt für ein angenehmeres Laufgefühl.
  3. Sorgfältige Verlegung:
    Achte darauf, dass das Laminat schwimmend und mit ausreichend Abstand zu den Wänden verlegt wird. Die Dehnungsfugen sollten nicht zu eng sein, damit sich das Material ausdehnen und zusammenziehen kann, ohne Geräusche zu verursachen.
  4. Raumgestaltung optimieren:
    Textilien wie Teppiche, Vorhänge und Polstermöbel schlucken Schall und verbessern die Raumakustik deutlich. Schon ein kleiner Teppich kann den Gehschall spürbar reduzieren.
  5. Filzgleiter unter Möbeln:
    Stühle, Tische und andere Möbel sollten mit Filzgleitern ausgestattet werden. Sie verhindern Kratzgeräusche und sorgen dafür, dass das Laminat nicht beschädigt wird.
  6. Schuhe ausziehen:
    Klingt simpel, wirkt aber: Wer zu Hause auf Hausschuhe oder Socken setzt, reduziert den Gehschall deutlich.
barfuß über laminatboden laufen

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Was tun bei bereits vorhandenem Lärm?

Wenn dein Laminatboden bereits verlegt ist und als laut empfunden wird, hast du folgende Möglichkeiten:

  • Teppiche oder Läufer auslegen: Sie dämpfen den Gehschall effektiv.
  • Nachträgliche Dämmung: In manchen Fällen lässt sich Laminat vorsichtig aufnehmen und eine Trittschalldämmung nachträglich einbauen.
  • Raum mit Textilien einrichten: Vorhänge, Polstermöbel und Kissen helfen, den Schall zu schlucken.
  • Türdichtungen prüfen: Manchmal überträgt sich der Schall durch undichte Türen in andere Räume.

Fazit

Laminat ist zwar von Natur aus lauter als andere Bodenbeläge, doch mit der richtigen Planung und ein paar Tricks kannst du die Geräuschentwicklung deutlich reduzieren. Die Wahl einer hochwertigen Trittschalldämmung und die richtige Verlegung sind entscheidend. Auch die Gestaltung des Raums mit schallabsorbierenden Materialien trägt zu einem angenehmen Wohnklima bei. So genießt du alle Vorteile von Laminat, ohne dich oder deine Nachbarn mit unnötigem Lärm zu belasten.