Liebesbrücke im Gästebett: Zwei Einzelbetten, ein echtes Doppelbett

Eine Ausziehcouch, zwei Matratzen, ein Wochenende Besuch. Wer in der Mitte liegt, liegt auf dem Lattenrost. Höfliche Gäste sagen das beim Frühstück nicht. Sie fragen nur, ob noch Kaffee da ist. Die übliche Antwort auf diese Ritze heißt Liebesbrücke. Sie füllt die Lücke. Sie hält die Matratzen aber nicht zusammen.

Was ist eine Liebesbrücke genau?

Im Handel steht der Begriff für zwei verschiedene Dinge. Meistens ist es ein Schaumstoffkeil, als T-Profil oder Streifen, mit oder ohne Bezug. Viele Käufer nennen aber auch ein Band, das zwei Matratzen verbindet, eine Liebesbrücke. Gleicher Name, anderes Prinzip. Der Keil füllt. Das Band hält. Was eine Liebesbrücke kann und was nicht, hängt also vor allem davon ab, welche Art gemeint ist und worauf die Matratzen liegen.

Warum verrutscht die Liebesbrücke im Gästebett?

Zwei Matratzen sind zwei lose Teile. Auf einem glatten Lattenrost oder Boxspring haben sie kaum Halt. Jede Drehung im Schlaf schiebt eine Matratze ein Stück nach außen. Der Keil wandert mit. Nach ein paar Nächten liegt er schief, schaut oben heraus oder ist halb in der Ritze verschwunden. Manchmal findet man ihn morgens auf dem Boden. Streng genommen ist das kein Matratzenproblem. Es ist ein Grenzkonflikt, der jede Nacht neu verhandelt wird. Bei zwei Einzelbetten mit eigenen Rahmen kommt hinzu: Die Betten selbst rücken auseinander. Dann füllt der beste Keil eine Lücke, die jede Nacht breiter wird.

Wann hilft eine Liebesbrücke?

Es gibt einen Fall, in dem ein Keil reicht. Das Bett hat feste Holzseiten, und die Matratzen können nicht auseinander. Dann hilft der Keil gegen die Kuhle in der Mitte. Der Preis dafür ist ein Wulst, genau dort, wo man liegen möchte. Auf einer Ausziehcouch, einem Boxspring oder bei zwei zusammengeschobenen Einzelbetten ist der Keil keine Lösung. Die Matratzen rutschen weiter. Ein Keil in einem rutschenden Bett ist ein Türstopper für eine Tür, die schon offen steht.

Was hilft, wenn aus zwei Einzelbetten ein Doppelbett werden soll?

Dann braucht es eine Lösung, die an der Ursache ansetzt. Ein Matratzengurt wie die Bedbinder Deluxe füllt die Ritze nicht. Er zieht die Matratzen zusammen. Ein 80 Zentimeter breites Band liegt oben quer über der Mitte beider Matratzen. Drei Riemen laufen unter den Matratzen durch und werden an der Unterseite mit Schnallen geschlossen. Unter dem Spannbettlaken ist davon nichts zu sehen. Das Anlegen dauert 60 Sekunden und geht ohne Werkzeug.

Für ein Gästezimmer sind zwei Details praktisch. Das Band lässt sich an beiden Seiten lösen und ist bei 30 Grad waschbar. Es passt auf Betten mit zusammen 140 bis 200 Zentimetern Breite und Matratzen von 15 bis 35 Zentimetern Höhe. Die Länge des Bettes spielt keine Rolle. Ehrlich gesagt gibt es eine Grenze: Bei verstellbaren Betten geht es nur, wenn sich allein das Kopfteil bewegt.

Lassen sich die Betten danach wieder trennen?

Ja. Schnallen auf, und es sind wieder zwei Einzelbetten. Genau deshalb gehören Hotels in Italien, Deutschland, Frankreich und Spanien zu den größten Abnehmern. Für Paare wird schnell ein Doppelbett daraus, für Geschäftsreisende bleiben es zwei Betten. Im Gästezimmer funktioniert das genauso. Es kommt nur darauf an, wer zu Besuch kommt.

Lassen sich auch mehr als zwei Matratzen verbinden?

Ja, mit einem Verbinder pro Naht. Bei einer Pyjamaparty für Kinder zwischen acht und zwölf Jahren wurden so schon vier Matratzen zu einer Liegefläche. Matratze eins an zwei, zwei an drei, drei an vier. Ob in dieser Nacht jemand geschlafen hat, ist nicht überliefert.

Wie wird das Gästebett auch optisch ein Doppelbett?

Ist die Ritze geschlossen, fehlt nur noch die Optik. Eine Moltonauflage und ein großes Spannbettlaken über beide Matratzen lassen die Naht verschwinden. Zwei einzelne Laken passen dann nicht mehr. Eine durchgehende Bettdecke oder Tagesdecke erledigt den Rest. Dann erinnert nichts mehr an eine Jugendherberge.

Woher kommt die Idee?

Daniël Nieuwlaat aus Honselersdijk in den Niederlanden verbrachte 2007 eine Nacht in einem Hotel in Landgraaf. Zwei Matratzen, die auseinanderrutschten. Danach fragte er in Bettengeschäften nach. Man riet ihm zu einem durchgehenden Matratzenbezug. Den hatte er schon. Die Ritze auch. Dann kamen Antirutschmatten und Schaumstoffbrücken. Die Ritze blieb. Also entwickelte er selbst einen Matratzenverbinder, die Bedbinder Deluxe.

Seit 2014 ist sie in Produktion, inzwischen mit mehr als 250.000 verkauften Exemplaren. Die Liebesbrücke hat damit nicht ausgedient. Sie füllt eine Lücke. Eine Verbindung schließt sie. Und beim Frühstück geht es dann wieder nur um den Kaffee.