Natürlicher Pflanzendünger: Hornspäne in Wasser auflösen
Hornspäne sind ein traditionelles, organisches Düngemittel, das aus zerkleinerten Hörnern und Klauen von Rindern besteht. Im Gartenbau kommen sie schon lange zum Einsatz. Besonders beliebt sind sie bei Gärtnern, die auf eine natürliche Pflanzenpflege ohne Chemie setzen.
Dabei sind Hornspäne ein Langzeitdünger – sie entfalten ihre Wirkung über Wochen und Monate. Hornspäne lassen sich überall im Garten verwenden. Sie sind aber besonders gut für Gemüsegärten, Obstbäume und Zierpflanzen geeignet. Im Vergleich zu vielen mineralischen Düngern sind Hornspäne schonender und fördern das Bodenleben.
Worauf es beim Düngen ankommt: Nährstoffe auf einen Blick
Pflanzen benötigen verschiedene Nährstoffe, um gut zu wachsen. Die wichtigsten sind Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K). Stickstoff regt das Wachstum von Blättern und Trieben an. Phosphor fördert die Wurzelentwicklung und Blütenbildung. Kalium stärkt Zellstrukturen und macht die Pflanzen widerstandsfähiger gegen Krankheiten. Hornspäne liefern vor allem organisch gebundenen Stickstoff. Typischerweise enthalten sie 12–15 % dieses Nährstoffs. Daneben finden sich geringe Mengen Phosphor und Kalium. Diese Zusammensetzung reicht für viele Gartenpflanzen aus.

Vor- und Nachteile von Hornspänen als Dünger
Der Stickstoff ist in den Hornspänen organisch gebunden, und das heißt: Er ist erst verfügbar, wenn Bodenorganismen ihn abbauen. Die Mikroorganismen zersetzen das Horn allerdings sehr langsam, deshalb dauert es lange, bis die Pflanzen den Stickstoff nutzen können. Die langsame und gleichmäßige Freisetzung der Nährstoffe ist sowohl ein Vor- als auch ein Nachteil. Sie unterstützen die Humusbildung und fördern das Bodenleben, wodurch langfristig eine gesunde Bodenstruktur entsteht. So eignen sich Hornspäne gut für eine nachhaltige Gartenpflege.
Andererseits reicht der Gehalt an Stickstoff für besonders nährstoffhungrige Pflanzen manchmal nicht aus. In dem Fall können Hornspäne aber eine sinnvolle Ergänzung zu anderen Düngern sein. Da Hornspäne tierische Reststoffe sind, sind sie zudem nicht für eine vegane Gartenpraxis geeignet. Damit sind Hornspäne die erste Wahl von geduldigen Gärtnern, die Wert auf nachhaltige Bodenpflege legen. Für Pflanzen in akuter Nährstoffnot ist die herkömmliche Anwendung jedoch manchmal zu langsam. Hier kommt die Flüssigdüngung ins Spiel.

Anleitung: Hornspäne in Wasser auflösen und als Flüssigdünger verwenden
Normalerweise arbeiten Gärtner die Hornspäne in den Boden ein. Wer jedoch schnell wirkende Nährstoffe benötigt, kann sie auch als Flüssigdünger nutzen. Dafür weichen die Hornspäne in Wasser ein und geben ihre Nährstoffe an das Wasser ab. So ist der Stickstoff aus dem Hornspäne-Flüssigdünger direkt für die Pflanzen verfügbar. Besonders praktisch ist die Methode für Jungpflanzen, Topfblumen oder bei akutem Stickstoffmangel.
So funktioniert es Schritt für Schritt:
1. Materialien bereitlegen
- 100–200 g Hornspäne
- 10 Liter Wasser (Zimmertemperatur)
- Ein Eimer mit Deckel oder ein anderes großes Gefäß
- Ein Sieb oder Tuch zum Filtern
- Optional: Ein Kompoststarter oder effektive Mikroorganismen, um die Zersetzung zu beschleunigen
2. Hornspäne einweichen
Füllen Sie die Hornspäne in das Gefäß und geben Sie das Wasser hinzu. Rühren Sie die Mischung gut durch. Und decken Sie das Gefäß nur locker ab. So kommt Luft an die Mischung, aber es geraten keine Insekten hinein.
3. Gärprozess abwarten
Stellen Sie das Gefäß an einen warmen, schattigen Ort. Die Mischung sollte etwa sieben bis zehn Tage stehen bleiben. Während dieser Zeit zersetzen Mikroorganismen die Hornspäne. So lösen sich die für die Pflanzen wichtigen Stickstoffverbindungen im Wasser. Einmal täglich umrühren hilft, die Zersetzung zu beschleunigen.
4. Flüssigkeit filtern
Gießen Sie nach der Gärzeit den Inhalt durch ein feines Sieb oder ein Tuch. Die festen Bestandteile können Sie auf den Kompost geben. Die gefilterte Flüssigkeit ist jetzt ein gebrauchsfertiger Flüssigdünger.
5. Anwendung im Garten
Dieser Flüssigdünger eignet sich besonders für Starkzehrer, aber auch für Jungpflanzen in der Anwachsphase sowie für Balkon- und Kübelpflanzen. Sie können den Dünger auch großflächig für den Rasen verwenden. Der Stickstoff ist in dem Dünger stark konzentriert. Um Verbrennungen an den Wurzeln zu vermeiden, sollten Sie den Dünger mit Wasser verdünnen. Mischen Sie dafür einen Teil Dünger mit fünf Teilen Wasser. Verwenden Sie pro Pflanze oder Quadratmeter 0,5 bis 1 Liter des verdünnten Flüssigdüngers.

Weitere Hinweise für die Praxis
- Die Mischung kann während der Gärung unangenehm riechen. Stellen Sie den Behälter daher möglichst im Freien oder an einem gut belüfteten Ort auf.
- Der fertige Flüssigdünger ist nicht lange haltbar und deshalb sollten Sie ihn innerhalb weniger Tage verbrauchen.
- Da die Hornspäne nicht viel Kalium und Phosphor enthalten, empfiehlt es sich, den Hornspäne-Dünger mit anderen Düngern zu kombinieren.
Fazit: Schnell, natürlich und wirksam
Hornspäne sind ein bewährter, organischer Dünger, der viele Vorteile für den Garten bietet. Als Flüssigdünger eingesetzt, verbinden Sie die Stärken des langsam wirkenden Langzeitdüngers mit der schnellen Nährstoffversorgung einer Gießlösung. Gerade wenn es rasch gehen muss oder Jungpflanzen einen kräftigen Starter benötigen, ist diese Methode besonders hilfreich. Die Herstellung ist einfach, die Anwendung flexibel. Wer nachhaltig und ohne Chemie gärtnern möchte, findet in Hornspänen als Flüssigdünger eine wirkungsvolle, umweltfreundliche Lösung.