Narzissen im Herbst setzen: So blüht der Garten früh

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Im März, wenn die bollenförmigen Köpfe der ersten gelben Trompeten aus dem Boden ragen, ist die Arbeit längst getan. Narzissen gehören zu den Frühblühern, deren Schicksal im Herbst entschieden wird. Pflanzzeit, Pflanztiefe und Standort bestimmen, ob aus der Handvoll Zwiebeln mit der Zeit ein dichter Bestand wird oder ob nach der ersten Saison nichts als Laub erscheint.

Der richtige Zeitpunkt und die Auswahl der Zwiebeln

Narzissen brauchen eine Kälteperiode, um im Frühjahr Blüten zu bilden. Die beste Pflanzzeit liegt im Herbst, idealerweise zwischen September und November. Die Royal Horticultural Society empfiehlt in ihrem Pflanzratgeber für Narzissen den September als Pflanzmonat und einen gut durchlässigen Boden in Sonne oder lichtem Schatten. Je früher gepflanzt wird, desto mehr Zeit bleibt den Zwiebeln, vor dem ersten Bodenfrost Wurzeln zu bilden. Solange der Boden nicht gefroren ist, lassen sich Narzissen grundsätzlich sogar bis in den Winter hinein setzen.

Bei der Auswahl lohnt ein prüfender Blick. Gute Narzissen Zwiebeln fühlen sich fest und schwer an, haben eine intakte Schale und zeigen weder weiche Stellen noch Schimmel. Größere Zwiebeln besitzen mehr Reservestoffe und bringen in der Regel kräftigere Blütenstiele hervor. Zwiebeln mit zwei Spitzen, im Handel oft als Doppelnasen bezeichnet, treiben häufig mehrere Stiele.

Pflanztiefe, Abstand und Boden

Die meisten Fehler passieren beim Graben. Laut dem RHS-Ratgeber für Blumenzwiebeln sollten Zwiebeln in einer Tiefe von etwa dem Dreifachen ihrer eigenen Höhe gesetzt werden. Zu flach gepflanzte Exemplare blühen in den Folgejahren oft nicht mehr, ein Phänomen, das bei Narzissen als Blindheit bezeichnet wird. Für handelsübliche Zwiebeln ergibt das meist 10 bis 15 Zentimeter.

Der Abstand zwischen den Zwiebeln sollte 12 bis 15 cm betragen. Die Spitze zeigt nach oben. Staunässe ist der größte Feind, denn sie lässt Zwiebeln faulen. Schweren, lehmigen Böden mischt man vor dem Pflanzen am besten etwas Sand unter. Gut gedeihen Narzissen in leicht kalkhaltiger Erde mit einem pH-Wert zwischen 6,5 und 7. Nach dem Setzen wird gründlich angegossen, damit sich die Erde um die Zwiebel schließt.

Pflege nach der Blüte: die Sechs-Wochen-Regel

Ob Narzissen im nächsten Jahr wieder blühen, entscheidet sich im Frühsommer. Das Laub sollte erst entfernt werden, wenn es gelb geworden ist, meist etwa sechs Wochen nach dem Ende der Blüte. Auch das Zusammenknoten der Blätter ist nicht empfehlenswert, da sie so lange wie möglich Photosynthese betreiben sollen, um die Energiereserven der Zwiebel aufzufüllen.

Verblühte Köpfe werden abgeknipst, damit die Pflanze keine Kraft in die Samenbildung steckt. Bei verwilderten Beständen im Rasen kann darauf verzichtet werden. Gemäht wird dort erst, wenn das Laub vergilbt ist. Narzissen können etwa fünf bis sieben Jahre an einem Ort bleiben, ohne dass ihre Blühfreude nachlässt. Werden die Horste zu dicht, nimmt man sie nach dem Einziehen im Sommer auf, teilt sie und pflanzt sie neu.

Sicherer Umgang mit einer Giftpflanze

Narzissen sind giftig. Das Bundesinstitut für Risikobewertung nennt Amaryllidaceenalkaloide wie Lycorin als Inhaltsstoffe. Nach dem Verschlucken können schwere Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen auftreten, nach Haut- oder Augenkontakt leichte Reizungen. Laut dem Lexikon der Biologie sind alle Pflanzenteile giftig, besonders die Zwiebel.

Daraus ergeben sich zwei einfache Regeln. Beim Pflanzen Handschuhe tragen. Und Blumenzwiebeln nie neben Speisezwiebeln lagern, denn die häufigsten Vergiftungen entstehen durch Verwechslung mit Küchenzwiebeln.

Jetzt planen für den kommenden Frühling

Wer im Oktober noch pflanzt, liegt gut im Zeitfenster. Sinnvoll ist es, Standorte bereits jetzt mit Stäben zu markieren, damit später keine Stauden versehentlich ausgegraben werden. Gekaufte Zwiebeln sollten zeitnah in die Erde kommen, da sie bei langer Lagerung austrocknen.

Durch die Kombination früher und später Sorten lässt sich die Blütezeit strecken. Die meisten Sorten blühen von März bis April, einige wie Dichter-, Tazetten- oder Engelstränen-Narzissen noch im Mai. Fachversender wie QFB Gardening geben Blütezeit und Wuchshöhe je Sorte an, was die Planung gestaffelter Pflanzungen erleichtert. Ein kleiner Plan auf Papier, wenige Stunden Arbeit im Herbst, und im März zeigt sich das Ergebnis.