Ufopflanze (Pilea) vermehren: Mit Kindeln und Stecklingen zu neuen Pflanzen

Die Ufopflanze (Pilea peperomioides), auch Glückstaler oder Bauchnabelpflanze genannt, gehört zu den beliebtesten Zimmerpflanzen überhaupt. Mit ihren runden, münzförmigen Blättern auf zarten Stielen bringt sie eine leichte, moderne Note in jeden Raum. Ein Grund für ihre große Fangemeinde: Die Pflanze lässt sich kinderleicht vermehren, ganz ohne Spezialwissen oder teures Zubehör.
Dazu kommt ein praktischer Pluspunkt: Die Ufopflanze ist ungiftig und zählt damit zu den katzenfreundlichen Zimmerpflanzen, was sie für Haushalte mit Katze oder Hund besonders interessant macht. Wer einmal eine gesunde Mutterpflanze hat, kann mit wenig Aufwand viele neue ziehen, verschenken oder tauschen. In diesem Artikel zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie das gelingt.
Warum sich die Ufopflanze so leicht vermehren lässt
Die Ufopflanze bildet von ganz allein Nachwuchs. An der Basis der Mutterpflanze und manchmal direkt am Stamm tauchen kleine Ableger auf, sogenannte Kindel. Diese Mini-Pflanzen sind genetisch identisch mit der Mutter und bringen schon nach kurzer Zeit eigene Wurzeln mit. Genau das macht die Vermehrung so dankbar: Du trennst die Kindel im Grunde nur ab und pflanzt sie ein. Selbst wer noch nie eine Pflanze vermehrt hat, kommt hier schnell zu sichtbaren Erfolgen.
Das brauchst du zum Vermehren
Die Vermehrung der Ufopflanze gelingt schon mit wenigen Hilfsmitteln, die du meist ohnehin zu Hause hast:
- Ein sauberes, scharfes Messer oder eine kleine Schere für glatte Schnitte.
- Kleine Töpfe mit Abzugsloch, passend zur Größe der Ableger.
- Lockere Zimmerpflanzenerde, gern mit etwas Perlite für einen guten Wasserabzug.
- Ein Glas mit zimmerwarmem Wasser, falls du Ableger im Wasser anwurzeln möchtest.
- Eine Sprühflasche, um die jungen Pflanzen mit etwas Feuchtigkeit zu verwöhnen.
Wenn du dein Werkzeug vor dem Schnitt kurz mit heißem Wasser reinigst, bleiben die Schnittstellen sauber und die Pflanze startet gesund in ihr neues Leben.
Der beste Zeitpunkt zum Vermehren
Am wohlsten fühlt sich die Ufopflanze beim Vermehren im Frühjahr und Sommer. In dieser Wachstumsphase steckt sie viel Energie in neue Wurzeln und Blätter, sodass die Ableger schnell anwachsen. Warte am besten, bis ein Kindel etwa fünf Zentimeter groß ist und ein paar eigene Blätter zeigt. Dann ist es kräftig genug für ein Leben auf eigenen Wurzeln. Wer den Frühling nutzt, hat die ganze warme Saison vor sich, in der die jungen Pflanzen in Ruhe stark werden.
Methode 1: Kindel aus der Erde abtrennen
Die meisten Kindel wachsen aus der Erde rund um die Mutterpflanze. So gehst du vor:
- Erde freilegen: Schieb die obere Erdschicht rund um das Kindel vorsichtig zur Seite, bis du siehst, wo es mit der Mutterpflanze verbunden ist.
- Sauber abtrennen: Mit einem sauberen, scharfen Messer trennst du das Kindel ab. Achte darauf, dass möglichst viele eigene Wurzeln am Ableger bleiben.
- Antrocknen lassen: Lass die Schnittstelle ein bis zwei Stunden an der Luft antrocknen, so bildet sich eine schützende Schicht.
- Einpflanzen: Setz das Kindel in einen kleinen Topf mit lockerer Zimmerpflanzenerde und gieß es leicht an.
Methode 2: Stamm-Kindel als Stecklinge
Manchmal bildet die Ufopflanze auch kleine Ableger direkt am Stamm. Diese kannst du ebenfalls nutzen:
- Trenne das Stamm-Kindel mit einem sauberen Schnitt ab.
- Stell es in ein Glas mit zimmerwarmem Wasser, sodass nur der untere Teil im Wasser steht.
- Nach zwei bis drei Wochen zeigen sich erste Wurzeln.
- Sobald die Wurzeln etwa zwei bis drei Zentimeter lang sind, darf der Ableger in Erde umziehen.
Diese Methode ist auch dann praktisch, wenn deine Ufopflanze mit der Zeit etwas in die Höhe gewachsen ist. Aus den Stamm-Ablegern ziehst du im Handumdrehen kompakte neue Pflanzen.
Methode 3: Teilung beim Umtopfen
Ist deine Ufopflanze über die Jahre schön buschig geworden, kannst du sie beim Umtopfen gleich teilen. Diese Methode eignet sich besonders, wenn sich im Topf schon mehrere Triebe mit eigenen Wurzeln gebildet haben.
- Nimm die Pflanze vorsichtig aus dem Topf und schüttle die lose Erde ab, bis du die Wurzeln gut erkennst.
- Suche nach natürlichen Teilstücken, also Trieben, die bereits ein eigenes Wurzelbüschel mitbringen.
- Trenne diese Abschnitte mit den Händen oder einem sauberen Messer behutsam voneinander.
- Setze jedes Teilstück in einen eigenen Topf mit frischer Erde und gieße es leicht an.
So entstehen aus einer großen Pflanze in einem einzigen Schritt gleich mehrere kräftige Exemplare.
Ableger in Wasser oder Erde anwurzeln: Was ist besser?
Beide Wege funktionieren gut. Im Wasserglas kannst du den Wurzeln beim Wachsen zusehen, was gerade für Einsteiger schön und lehrreich ist. In Erde gewöhnt sich der Ableger direkt an sein endgültiges Zuhause und ist von Anfang an eingelebt. Wenn du dich für Wasser entscheidest, wechsle es etwa alle drei bis vier Tage, damit es frisch bleibt. Für den Umzug in Erde eignet sich eine lockere Mischung, die das Wasser gut durchlässt. Probier ruhig beide Varianten aus, dann findest du schnell heraus, welche dir mehr Freude macht.
Die ersten Wochen: So wachsen deine Ableger sicher an
Nach dem Einpflanzen beginnt die spannendste Zeit: Die Ableger bilden ihre Wurzeln aus und gewöhnen sich an ihr neues Zuhause. In dieser Phase freuen sie sich über einen hellen Platz mit sanftem Licht und gleichmäßig leicht feuchte Erde. Etwas Geduld zahlt sich aus, denn die Pflanze steckt ihre Energie zuerst in die Wurzeln und erst danach in neue Blätter. Ein lockeres Substrat hilft den feinen Wurzeln, sich gut auszubreiten. Sobald sich frische Blätter zeigen, weißt du, dass dein Ableger fest verwurzelt ist und ein eigenständiges Leben beginnt.
Mutterpflanze pflegen, damit sie neue Kindel bildet
Je wohler sich deine Mutterpflanze fühlt, desto fleißiger bildet sie Nachwuchs. Ein heller Standort mit indirektem Licht, eine gleichmäßige Wasserversorgung und ein Schluck Flüssigdünger während der Wachstumszeit von Frühjahr bis Spätsommer halten die Ufopflanze in bester Form. Dreh den Topf ab und zu eine Vierteldrehung, damit die Pflanze rundherum gleichmäßig wächst. Eine kräftige, gut versorgte Mutterpflanze schiebt Saison für Saison neue Kindel nach und liefert dir so dauerhaft frisches Material zum Vermehren.
Häufige Fragen beim Vermehren der Ufopflanze
Warum bekommt mein Ableger gelbe Blätter?
Gelbe Blätter direkt nach dem Umtopfen sind meist ein Zeichen, dass der Ableger gerade all seine Kraft in die Wurzeln steckt. Stell ihn an einen hellen Platz mit sanftem Licht und gieß sparsam. Sobald die Wurzeln greifen, erholt sich die Pflanze von selbst.
Wie lange dauert es, bis ein Kindel anwächst?
Mit etwas Geduld zeigt sich nach zwei bis vier Wochen neues Wachstum. Das ist das sichere Zeichen, dass die Wurzeln gut arbeiten und der Ableger sich eingelebt hat.
Wie viele Kindel kann eine Pflanze bilden?
Eine gesunde, ausgewachsene Ufopflanze bringt im Lauf einer Saison oft mehrere Kindel hervor. So wird aus einer einzigen Mutterpflanze mit der Zeit eine ganze Sammlung, die du nach Lust und Laune erweitern oder verschenken kannst.
Aus einer Pflanze wird eine ganze Sammlung
Die Ufopflanze gehört zu den geduldigsten Lehrmeistern, wenn es ums Vermehren geht. Mit ein wenig Übung ziehst du aus einer Pflanze schnell viele kleine nach, ob über Kindel aus der Erde, Stamm-Stecklinge im Wasserglas oder die Teilung beim Umtopfen. Die jungen Pflanzen lassen sich wunderbar verschenken oder gegen andere Lieblinge tauschen. So wächst nicht nur deine eigene Sammlung, sondern vielleicht auch die Freude deiner Freunde an einem grünen Mitbewohner.
